Als Spannungsroman betitelt und mit Thriller-Elementen bestückt, erzählt Marceau Miller auf der Meta-Ebene von seinem eigenen Tod.
Die Geschichte startet sofort mit dem Tod des Autors. Anfangs sind die Kapitel noch mit Zeitangaben überschrieben, das verliert sich jedoch im Laufe des Buches erscheint mir daher etwas redundant.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Marceaus Frau Sarah erzählt, die wir bei der Aufklärung des Falles begleiten. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und macht Spaß. Stellenweise haben wir Gedankeneinschübe von Sarah, die aber sehr umgangssprachlich klingen und ich persönlich etwas störend empfand.
Sarahs Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar, was sich zwar bis zu einem gewissen Grad auf die Ausnahmesituation, in der sie sich befindet, zurückführen lässt, sich aber teilweise auch einfach als nicht durchdachte Übersprungshandlung nur für Plot liest.
Im Verlauf der Geschichte erfahren wir, dass sich das heile Familienleben der Familie Miller nicht als ganz so perfekt darstellt, wie ursprünglich gedacht. Wir erfahren von der Freundesgruppe der Millers und besonders von Marceaus Schwester Jade, die jung verstorben ist.
Zeitweise erhalten wir Kapitel aus einer anderen Sicht als Sarahs, sowie Kapitel aus dem titelgebenden letzten Buch.
Je weiter man in der Geschichte vorankommt, desto abgedrehter und vollgepackter wird das Buch. Es wird so viel Plot aufgemacht, gerade bei den Kindern der Millers und den besten Freunden, der dann aber einfach im Sande verläuft.
Die Twists, die das Buch bereithält sind leider relativ offensichtlich. Der Autor ergeht sich hier zu viel in Andeutungen. Dazu gehört auch das Tattoo von Sarah und die Bunkerszene, die auf verschiedene Weisen nichts zum Plot beitragen. Hier gäbe es noch mehrere Dinge zu erwähnen, die aber leider die Geschichte spoilern würden. Es scheint fast so, als hätte der Autor viele Ideen gehabt und einfach alle in dieses Buch gestopft (weil es sein letztes ist?).
Marceau als Charakter suhlt sich in Selbstmitleid, spricht immer wieder vom Bösen, doch das ist für die geneigte Leserschaft leider nicht erkennbar. Es hätte alles (sämtliche Tragödien, die letztendlich zum Tod von Marceau geführt haben) leicht verhindert werden können.
Doch vielleicht ist das genau das, was uns der Autor sagen will. Manchmal scheint der Weg im Leben klar vorgegeben zu sein, und doch entscheidet man sich für den zugewachsenen Trampelpfad.