Meine Gedanken:Manche Geschichten funktionieren für mich einfach besser als Hörbuch.Ein Haus aus Salz und Tränen war genau so eine. Ich habe ungefähr ein Viertel gelesen und bin dann auf das Hörbuch gewechselt. Beim Lesen war mir die Geschichte anfangs etwas zu langsam. Als Hörbuch hat mich das deutlich weniger gestört, weil die düstere Atmosphäre und die ganze Stimmung viel stärker bei mir angekommen sind.Und genau diese Atmosphäre ist für mich auch eine der größten Stärken des Buches.Salz. Meer. Wind. Dunkle Häuser. Geistererscheinungen. Feste, die zu schön wirken, um wahr zu sein.Ich hatte diese Insel sehr schnell vor Augen.Von Feenschuhen, Portalen und Göttern:Ein Haus aus Salz und Tränen ist angelehnt an das Grimm-Märchen Die zertanzten Schuhe - und diese märchenhaften Elemente haben für mich richtig gut funktioniert. Dazu kommen Götter, Geister und mysteriöse Portale, durch die die Schwestern in eine andere Welt voller Feste und rauschender Bälle gelangen.Gerade diese Mischung aus Märchen und Gothic-Fantasy mochte ich sehr.Es fühlt sich gleichzeitig wunderschön und falsch an. Und genau das sorgt für diese unterschwellige Gruselstimmung.Annaleigh und ihre Schwestern:Annaleigh mochte ich sehr gerne. Sie hält sich mit ihrer Meinung nicht zurück, ist mutig und lässt sich von den mysteriösen Todesfällen in ihrer Familie nicht einfach abspeisen.Ihre Schwestern blieben für mich hingegen - bis auf das Nesthäkchen Verity - etwas blass. Ich hatte gerade am Anfang Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten.Allerdings muss ich auch sagen: Für die Geschichte selbst war das nicht unbedingt ein großes Problem. Nicht jede Schwester musste für mich gleich viel Raum bekommen.Annaleigh hingegen trägt die Handlung sehr gut. Sie hinterfragt. Sie ermittelt. Und sie will wissen, was wirklich passiert ist.Gerade dieser Mystery-Anteil hat mir viel Spaß gemacht.I ¿¿ Cassian und Fisher:Und dann sind da noch Cassian und Fisher.Die beiden haben es mir ebenfalls angetan. Der eine ist ein einziges Geheimnis. Der andere fühlt sich an wie ein Freund zum Pferdestehlen.Natürlich fragt man sich irgendwann unweigerlich, ob einer von beiden etwas mit den Todesfällen zu tun haben könnte. Wobei ich persönlich relativ früh eine ziemlich klare Theorie hatte, wer wohl wirklich dahintersteckt. Trotzdem war der Weg dorthin spannend genug, dass ich weiterwissen wollte.Und irgendwann war selbst ich mir nicht mehr ganz sicher, ob meine eigene Theorie wirklich stimmt.Was ist real?Für mich wurde die Geschichte immer dann am stärksten, wenn Realität und Illusion ineinander verschwimmen.Was ist wirklich passiert? Was sieht nur Annaleigh? Was ist Wahnsinn - und was Magie?Ab einem gewissen Punkt konnte man sich auf kaum noch etwas verlassen. Und genau da hat mich die Geschichte richtig gepackt.Die Geistererscheinungen, die Ermittlungen rund um die Todesfälle und die Frage, ob wirklich ein Fluch über der Familie liegt, haben für mich sehr gut funktioniert.Ein bisschen weniger Ball hätte gereicht:Ganz ohne Längen kommt die Geschichte für mich allerdings nicht aus. Hundert Seiten weniger hätten wahrscheinlich nicht geschadet. Gerade im Mittelteil verliert sich die Handlung für meinen Geschmack etwas zu stark in den Bällen, Kleidern und rauschenden Festen. Natürlich gehören diese Szenen zum Märchenmotiv der zertanzten Schuhe. Aber irgendwann hätte ich mir einfach wieder mehr Fokus auf die Todesfälle, den Fluch und Annaleighs Ermittlungen gewünscht.Das Hörbuch hat mir hier wirklich geholfen, weil mich die Atmosphäre trotzdem weitergetragen hat.Wie klang die Geschichte?Als Hörbuch hat Ein Haus aus Salz und Tränen für mich deutlich besser funktioniert als beim Lesen.Gerade die düstere, maritime Stimmung, die Geistererscheinungen und die langsam zunehmende Unsicherheit kamen beim Hören viel stärker bei mir an.Ich hatte das Gefühl, mich leichter auf die Atmosphäre einlassen zu können und weniger über das eher gemächliche Tempo nachzudenken.Für mich war das definitiv eine Geschichte, die durchs Hören gewonnen hat.Was bleibt?Ein Haus aus Salz und Tränen hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre bekommen.Eine Insel, die vom Meer und Salz lebt. Eine Familie, die immer mehr Schwestern verliert. Geister. Götter. Feenschuhe. Mysteriöse Portale.Und die Frage, ob das, was Annaleigh sieht, wirklich real ist.Die Geschichte hätte für mich etwas gestrafft werden dürfen und einige der Schwestern blieben ziemlich blass.Aber gerade die märchenhaften Elemente, die Mystery-Ebene und das immer stärkere Verschwimmen von Wahnsinn, Illusion und Realität haben für mich richtig gut funktioniert.Düster, märchenhaft und schön unheimlich.Vier Eulen für Salz, Geister, märchenhafte Portale und eine Geschichte, bei der irgendwann selbst die Realität ins Wanken gerät.* ¿¿¿