Solider Roman mit Licht und Schatten
NetGalley hat mich durch seinen Newsletter auf das Buch aufmerksam gemacht. Im Klappentext habe ich zudem gelesen, dass u.a. ein altes Familiengeheimnis gelüftet werden sollte. Da auch das Cover schön gestaltet ist und ich wissen wollte, was der Gemeinen Oktopus damit zu tun hat, habe ich um ein Leseexemplar angefragt.
In der Handlung dreht es sich um Penelope Pen - und ihre besten Freundin Alice, die von Toronto nach Schottland ziehen, um an der University of Edinburgh zu studieren. Während Alice sich schnell in das turbulente Studentenleben stürzt, ist Pen eigentlich auf einer Mission: Sie möchte das Geheimnis der gescheiterten Ehe ihrer Eltern lüften. Die Spur führt sie zu einem alten Freund ihres Vaters, dem berühmten Schriftsteller Lord Lennox, auf dessen herrschaftlichem Anwesen in den Highlands ein Großteil der Handlung spielt.
Die Atmosphäre des Campuslebens in Schottland hat Emma Knight wunderbar eingefangen. Ich konnte die nebligen Spaziergänge und die Aufregung des ersten Studienjahres von Pen und Alice förmlich spüren. Besonders die Szenen auf dem schottischen Anwesen von Lord Lennox hatten einen fast schon nostalgischen Charme. Auch die Dynamik der Freundschaft zwischen Pen und Alice fand ich authentisch und feinfühlig gezeichnet. Der Schreibstil ist leicht zugänglich und flüssig, oft witzig und die Sprache hat eine angenehme Leichtigkeit. Sämtliche Charaktere sind herzlich und bildhaft beschrieben, sodass sie authentisch wirken. Auch wenn der Titel zunächst auffallend anders klingt, bekommt er seine Erklärung gegen Ende des Romans.
Allerdings hatte ich zwischendurch immer das Gefühl, dass die Geschichte nicht so recht weiß, wohin sie eigentlich will. Der Spannungsbogen rund um das Familiengeheimnis bleibt eher verhalten, und manche Entwicklungen wirken vorhersehbar oder ziehen sich etwas. Insgesamt plätschert die Handlung stellenweise mehr, als dass sie wirklich mitreißt.
Unterm Strich ist das Buch solide, aber kein Highlight. Angenehm für zwischendurch, mit schönen Momenten und sympathischen Figuren aber eben auch mit verschenktem Potenzial.
Von mir gibt es trotzdem eine Leseempfehlung und vier Sterne.
Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar.
Vielen Dank an NetGalley sowie den Blumenbar Verlag.