Du hast Lust auf eine abenteuerliche Fantasygeschichte?
Übernatürliche Wesen faszinieren dich?
Du begeisterst dich für Kryptozoologie?
Vielleicht liebst du sogar den Nervenkitzel und du hast kein Problem mit Gänsehautmomenten?
Dann bist du bereit für die außergewöhnliche Welt von Smeralda Bohm. Einem zwölfjährigen Mädchen, das sich der Wissenschaft verschrieben hat und mit Herzblut sowie Feuereifer der Kryptozoologie nachgeht. Die Schule macht sie nebenbei. Freundschaften sind für die Teenagerin kein Thema. Generell tut sich unsere Hauptfigur schwer im Umgang mit anderen Menschen, wie sie im Buch immer wieder betont. Ironie und Sarkasmus sind für das Mädchen absolute Fremdwörter. Daher lässt sich darauf schließen, dass hier eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt.
Im Mittelpunkt ihrer kleinen Welt stehen verborgene Wesen, von denen du und ich, wenn überhaupt, bisher nur gelesen haben. Die mutige, selbst ernannte Kryptozoologin untersucht in ihrem eigenen kleinen Labor (ihrem Zimmer) skurrile, teils angsteinflößende und überwiegend gefährliche Wesen. Dank ihres talentierten Mitarbeiters Kenji verfügt sie über eine ausgeklügelte Technologie.
Als Haustier hält sich Smeralda übrigens ein Werkaninchen, das von 20 auf 170 cm wachsen kann, geht es in die Angriffshaltung. Das Tier wurde auf die junge Wissenschaftlerin geprägt und steht ihr nun als treuer Gefährte zur Seite.
Gerade untersucht die Schülerin die Echte Phantomkatze, als Kommissaranwärter Juri Konstant das Mädchen aufsucht und bei einem außergewöhnlichen Fall dringend die Hilfe der Kryptozoologin benötigt. Nahezu zeitgleich tritt eine weitere Person in das Leben der Wissenschaftlerin. Kassandra, Leitung der Alten Anatomie, lädt Smeralda zur Eignungsprüfung ein, die sie nahezu mit Bravour meistert. Sehen wir mal über ihre Verspätung hinweg. Sodass die Jugendliche einen Job in der geheimen Abteilung des Bartholomäus-Krankenhauses ergattert.
Endlich hat das Mädchen Zugang zu Kryptiden, einem großen Labor und modernen Instrumenten. Bald aber zeigt Kassandra ihr wahres Gesicht und Smeralda muss sich entscheiden, wie weit sie für die Wissenschaft gehen würde.
'"Ein Kind, es ist nichts für ein Kind, das wollten Sie doch sagen, oder? Jetzt hören Sie mir mal zu, Kommissaranwärter Juri Konstantin! Ich bin eine ernst zu nehmende Wissenschaftlerin. Ich habe hier eine Haarprobe, die Ihnen jede Kryptozoologin aus den Händen reißen würde, wenn Sie verstehen, was ich meine, Kommissaranwärter Juri Konstantin."' (Buchzitat, S. 30)
Dieses äußerst spannende Buch geht unter die Haut. Während wir gemeinsam mit dem von seinen Kollegen belächelten Kommissaranwärter Juri Konstantin versuchen, einen kniffligen Fall zu lösen, begegnen uns zwischen den Seiten immer wieder sehr realistische Illustrationen und Beschreibungen mystischer Wesen, die Smeralda zum Teil untersucht. Gleichzeitig ist ein anderes Rätsel um das Verschwinden der Mutter zu lösen und warum das Mädchen nicht bereit ist, darüber zu reden. Generell gehen dem Leser die Gedankengänge, Sichtweisen und Gefühle der Zwölfjährigen sehr ans Herz und zeigen, mit welchen Herausforderungen die Teenagerin zu kämpfen hat.
Für mich ist das Buch rundum gelungen. Ich wurde bestens unterhalten. Es gibt eine wahnsinnige Bösewichtin, einen durchweg spannenden Verlauf, eine sympathische Protagonistin mit vielerlei Besonderheiten, Gänsehautfeeling und eine berührende sowie fesselnde Geschichte, dessen Fortsetzung ich entgegenfiebere.