Fünf Tage im Licht ist ein kleines, aber erstaunlich kraftvolles Buch. Bereits das sommerliche Cover mit dem zitronengelben Lesebändchen wirkt auf mich wie ein Versprechen: ein Hauch von Sonne, Salz und Sehnsucht. Und genau das liefert der Roman nur intensiver, roher und vielschichtiger, als man es auf den ersten Blick erwarten würde.
Im Mittelpunkt steht Sophie, eine junge Malerin, die mit ihren drei Freundinnen einen letzten gemeinsamen Sommer auf einer griechischen Insel verbringt. Die Story beginnt noch ziemlich locker. Die Freundinnen Sophie, Iris, Helena und Alessia kommen vor ihren Männern auf der Insel an. Helena wird bald heiraten deshalb wolle sie die letzten fünf Tage als unverheiratete Frauen zusammen verbringen.
Jedoch ganz ehrlich: Diese Freundschaften sind alles andere als harmonisch. Im Laufe meiner Lektüre habe ich es innerlich bereits als HassFreundschaft empfunden. Es ist so eine Mischung aus Nähe, Neid, Verletzlichkeit und unausgesprochenen Dingen, die zwischen den Zeilen brennen. Genau das fand ich unglaublich spannend und vor allem auch nachvollziehbar.
Diese fünf Tage sind aufgeladen: mit unausgesprochenen Konflikten, alten Verletzungen und dem Gefühl, dass etwas zu Ende geht vielleicht eine Freundschaft, vielleicht ein Lebensentwurf.
Sophie erzählt rückblickend von diesen fünf Tagen und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Sie ist unsicher, verletzlich, manchmal hart zu sich selbst und gleichzeitig so ehrlich, dass es fast weh tut.
Ihr Freund Greg will unbedingt ein Kind, sie aber nicht. Und diese Zerrissenheit zieht sich durch das ganze Buch.
Dazu kommt Ky, der Grieche, mit dem sie eine heiße, aufwühlende Affäre beginnt. Diese bringt Sophie dazu, alles infrage zu stellen, was sie über sich selbst, ihre Beziehung und ihre Zukunft zu wissen glaubte.
Alessias Bitte, sie nackt zu zeichnen, wird schließlich zum Auslöser wachsender Spannungen.
Das Porträt wirkt wie ein Brennglas für Macht, Verletzlichkeit und Rivalität.
Als Greg und die anderen Männer schließlich auf der Insel eintreffen, droht die Situation zu eskalieren.
Was mich wirklich umgehauen hat, waren die eingestreuten Bildbeschreibungen von verschiedenen Künstlerinnen.
Für mich waren diese das absolute Herzstück des Buches.
Sie sind aufwühlend, vielschichtig, poetisch und emotional und sie passen so perfekt zu Sophies innerem Chaos. Ich habe mich jedes Mal darauf gefreut, wenn wieder eine dieser Beschreibungen kam. Sie geben dem Buch eine Tiefe, die ich so nicht erwartet hätte.
Mein Fazit:
Fünf Tage im Licht ist kein leichter Sommerroman, auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt. Es ist intensiv, ehrlich, manchmal schmerzhaft, erotisch und gleichzeitig wunderschön geschrieben.
Die Mischung aus Freundschaftsdrama, Selbstfindung, Kunst und Sommeratmosphäre hat mich total abgeholt.
Ein kleines Buch, das lange nachklingt.