Etwas lang, aber es lohnt sich dranzubleiben.
Das Buch war erfrischend anders und es hat mir gefallen, dass die Magie zwar wichtig, aber nicht die Hauptsache war. Eher ein Mittel, um die vielen Lebenswege und Geschichten anschaulich zu machen. Wie so oft hat mir der historische Teil, der die Geschichte von Monicas Großmutter, ihr Aufwachsen in Shanghai, das Erleben der Kriegsjahre, die Flucht nach Taiwan und schließlich in die USA erzählt, am besten gefallen. Die Handlung in der Gegenwart, die Monica in den Fokus nimmt, bot zwar einen passenden Rahmen, konnte mich aber nicht in gleicher Weise packen, auch wenn die Vergleiche zwischen alten und neuen Mitteln der Kommunikation interessant waren. Als rein historischer Roman hätte das Buch mir vermutlich noch besser gefallen, aber insgesamt bin ich doch beeindruckt, wie die Autorin so viele Themen in das Buch gepackt hat, die alle umeinander kreisen und eine gelungene Einheit bilden. Es geht um Familie, Geheimnisse, Schuld, Verrat, Vergebung und natürlich immer wieder auch um die magische Fähigkeit, aus Bleistiften alles damit geschriebene zu reproduzieren, was sowohl schöne, aber vor allem gefährliche Auswirkungen hat. Fazit: ein starker Roman mit vielen faszinierenden Facetten.