Bildgewaltig, extrem direkt und mit einem spektakulären Plot-Twist, den man niemals kommen sieht. Ein absolutes Jahreshighlight!
Als mir das Hardcover zu Yesteryear geliehen wurde, wusste ich nicht genau, was mich erwartet - doch was Caro Claire Burke hier geschaffen hat, ist ein echtes Meisterwerk der Gesellschaftskritik.Im Zentrum steht Natalie: Social-Media-Star, Mutter von fünf Kindern, Ehefrau auf einer malerischen Farm und die Definition des perfekten "Tradwife"-Traums. Doch das Buch blickt schonungslos hinter die kulissenhafte Idylle. Natalies Gedankengänge sind erfrischend ehrlich, spitz und absolut direkt. Sie ist als Charakter sicherlich keine Sympathieträgerin oder ein klassisches Vorbild, aber genau das macht sie so faszinierend. Man kann ihre Beweggründe und ihr Handeln im Lauf der Geschichte beängstigend gut nachvollziehen.Das Buch scheut sich nicht davor, unbequeme Fragen zu stellen und kritische gesellschaftliche Themen zu beleuchten - von politischen Strömungen über starre Rollenbilder bis hin zu religiösen Einflüssen und dem perfiden Schein der Influencer-Welt. Die Kapitel sind stellenweise zwar recht lang geraten, was das Lesetempo etwas bremst, aber der Inhalt entschädigt für jede einzelne Seite.Das absolute Glanzstück der Geschichte ist jedoch der Plot-Twist gegen Ende. Ich liebe Bücher, bei denen ich während des Lesens wilde Spekulationen anstelle - und hier lag ich mit absolut jeder einzelnen Theorie falsch! Das Ende hat mich komplett kalt erwischt und die gesamte Geschichte noch einmal in ein völlig neues Licht gerückt.Fazit:Yesteryear ist ein packender, scharfzüngiger und tiefgründiger Roman, der den Nerv unserer Zeit trifft. Für alle, die Bücher mit komplexen, moralisch grauen Charakteren und unvorhersehbaren Plot-Twists lieben!