Cover:Das Buchcover zeigt ein Pärchen, das auf einem großen Stein im Meer steht, sich im Arm hält und auf den Horizont blickt. Meer und Himmel sind in hellen Farben gehalten, die dunklen Figuren bilden dazu den Kontrast. Das Motiv und Stil des Covers mag ich sehr. Handlung & Charaktere:Arne hat allen Grund zufrieden zu sein mit seinem Leben, denn er hat eine nette Familie und gute Freunde. Dennoch fühlt er sich oft einsam und hat das Gefühl, dass etwas fehlt. Erst als er Laura begegnet, ändert sich etwas in ihm und er spürt zum ersten Mal echte Nähe. Arne verliebt sich und auch Laura empfindet mehr als Freundschaft. Aber Laura hat mit ihren eigenen Ängsten und Sorgen zu kämpfen. Können beide füreinander die Stütze sein, die sie brauchen? Arne wirkt auf mich wie ein sehr sensibler, nachdenklicher, und daher manchmal schwermütiger, Mensch. Er scheint sich manchmal einsam und fehl am Platz zu fühlen. Er lebt mit seinen Eltern und der jüngeren Schwester auf einem Hof, und eigentlich wirkt anfangs in der Familie alles in Ordnung. Seine heile Familienwelt ändert sich, denn seiner Mutter geht es gesundheitlich immer schlechter und sie zieht sich sehr zurück. Laura hingegen hat einen gewalttätigen Vater daheim und lebt in Angst. Nach außen wirkt sie zwar tough und unnahbar, aber das scheint nur eine Hülle zu sein. Nähe zuzulassen fällt ihr schwer. Laura ist gläubig und findet darin Kraft und Stärke, sodass sie dem Leben relativ hoffnungsvoll begegnet. Während der Lektüre begleitet man beide Hauptfiguren über einen Zeitraum von schätzungsweise 6 Jahren und man erlebt die Entwicklung beider Charaktere mit. Sowohl Arne, als auch Laura haben beide ihr Päckchen zu tragen und man begleitet sie durch ihre Krisen hindurch mit. Die Figuren finde ich sehr realitätsnah gezeichnet, man kann gut mit ihnen mitfühlen und wünscht sich manchmal eingreifen zu können.Schreibstil & Erzählweise:Der Schreibstil gefällt mir sehr und ist gut verständlich. Die Geschichte wird aus Arnes Perspektive erzählt und umfasst einen doch recht großen Zeitraum. Zu Beginn ist Arne etwa 14 oder 15 Jahre alt, gegen Ende des Romans dürfte er Anfang 20 sein. Arnes Blickwinkel, seine Gedanken und Gefühle entwickeln sich mit zunehmendem Alter mit, wirken auf mich realistisch und authentisch. Meinung & Fazit:"Mit dem ersten Licht" war mein erster Roman, den ich von Florian Knöppler gelesen habe. Die Geschichte ist eine Coming-of-age-Geschichte, im Zentrum dabei zwei Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsenenalter mit all ihren Sorgen, Ängsten, Sehnsüchten und Wünschen, allem voran der Wunsch die Einsamkeit hinter sich zu lassen. Die Geschichte ist meiner Meinung nach sehr realistisch und stellenweise auch bewegend. Eine Buchstelle fand ich besonders schön, sie ist ein Auszug aus deinem Dialog zwischen Laura und Arne, hat für mich etwas sehr Hoffnungsvolles und Tröstliches:"Vertraue dem Leben, es ordnet sich zum Guten.""Immer.""Und die Hoffnung ist der Seele Anker."Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen und war ein schönes Leseerlebnis!