"...Doch in diesem Buch habe ich nicht vor, irgendjemanden von meinem Standpunkt zu überzeugen ..."
Dieser Satz stammt aus dem persönlichen Vorwort des Autors. Bei der vorliegenden hochwertigen Ausgabe handelt es sich um die erste vollständige deutsche Übersetzung. Erstmals ist das Buch 1952 erschienen.
Der Schriftstil ist sachlich. Das Buch verlangt Konzentration beim Lesen, wenn man den Gedanken des Autors vollständig folgen will. Um seine Ausführungen verständlich zu machen, arbeitet der Autor mit vielen Beispielen und verschiedenen Metaphern.
In vier Abschnitten hat der Autor seine Ausführungen gegliedert.
"...Das Gesetz der Schwerkraft sagt Ihnen, was Steine tun, wenn man sie fallen lässt. Das Gesetz der menschlichen Natur dagegen sagt Ihnen, was Menschen tun sollten, aber nicht tun..."
Das Zitat bringt gut zum Ausdruck, worin es dem Autor im ersten Buch geht. Er vergleicht Naturgesetze mit den Gesetzen zum sozialen Verhalten der Menschen. Dabei geht er davon aus, dass es solche Gesetze gibt, ohne dass sie vom Menschen geschaffen wurden.
"...Aber warum hat Gott dann seinen Geschöpfen einen freien Willen gegeben? Weil der freie Wille zwar das Böse möglich macht, aber zugleich auch das Einzige ist, wodurch eine Liebe oder Güte oder Freude möglich werden..."
Im zweiten Buch setzt sich der Autor damit auseinander, woran Christen glauben. Dazu sollte man wissen, dass er selbst den Weg vom Atheist zum Christ gegangen ist. Er spricht wesentliche Glaubensbestandteile an und vergleicht sie mit anderen Glaubensrichtungen.
"...Es gibt einen Ratschlag, den uns sowohl die heidnischen alten Griechen als auch die Juden im Alten Testament als auch die großen christlichen Lehrer des Mittelalters gegeben haben und den die modernen Wirtschaftssysteme komplett missachten. Diese Leute schärfen uns ein, nicht gegen Zinsen Geld zu verleihen..."
Im dritten Buch wendet sich der Autor dem christlichen Verhalten zu. Das obige Zitat beweist, dass er dabei keine Konflikte scheut. Allerdings zeigt sich hier auch deutlich, dass er ein Kind seiner Zeit war. Das gilt insbesondere beiden Themen Sexualethik, Ehe und Familie.
"...In Gottes Dimension gibt es also ein Wesen, dass aus drei Personen besteht und zugleich ein Wesen bleibt, so wie ein Würfel aus sechs Quadraten besteht und immer noch ein Würfel bleibt..."
Spannend fand ich die Erklärungen im vierten Buch, wo es um die Dreifaltigkeit Gottes geht. Der Autor hat sich ausführlich damit beschäftigt und Fragen angeschnitten, die ich mir nie gestellt habe. Er kommt dabei auf überraschende Antworten. Klar wird mit jeder Zeile, dass der menschliche Verstand dies nie vollständig erfassen kann. Der Autor gibt Denkanstöße, keine absoluten Wahrheiten.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt an vielen Stellen, dass es von seiner Aktualität nichts eingebüßt hat.