Arnold hält nichts lange an einem Ort. Er will auf keinen Fall "ins Hamsterrad" gelangen, so dass er immer nur 100 Tage an einem Ort bleibt und dann weiter zieht. Eines Tages hat er aber Glück und gewinnt zufällig viel Geld in einer Spielbank. Mit diesem Geld kauft er sich eine Wirtschaft, genannt "Zur Moskau". Den Namen vergibt er, um den Witzbolden des Dorfes zuvor zu kommen, die bereits "Peters Burg" kreiert hatten. Hier, in einem kleinen Dorf nahe der deutsch-schweizerischen Grenze, hält er es länger aus und vermählt sich mit der eigensinnigen und Pferdeverrückten Betty.
Der Roman hat einen feinen, ironischen Unterton und lebt von seinen Figuren, die sich alle schwer anpassen können. Überhaupt sind Grenzverletzungen ein wichtiges Thema dieser Geschichte. Ehefrau Betty dehnt die Grenze aus, indem sie kurzzeitig die Ehe auf Eis legt. Tochter Clara ist definitiv anders und kann Grenzen schwer erkennen, wenn sie z B.ständig gegen Tische und Stühle läuft. Dennoch verteidigt sie ihre Grenze, als es zu übergriffigem Verhalten von Halbstarken aus dem Dorf kommt. Und das komplette Dorf widersetzt sich dem Nazideutschland, als der Schmuggler Herman auf Schweizer Boden gefasst und über den Rhein nach Deutschland verschleppt wird. Auch hier wurde wieder die Grenze missachtet.
Alex Capus vermischt Fiktion mit überlieferten Berichten über den tschechischen Schmuggler Hermann und schafft so einen besonderen, historischen Roman mit witzigen und schrägen Charakteren, den ich sehr gerne gelesen habe.