Rudi Völler gehört zu den Fußballern, bei denen ein Gesichtsausdruck reicht und sofort Erinnerungen auftauchen. Christoph Bausenwein schaut in dieser Biografie nicht nur auf den Torjäger, sondern auf die vielen Rollen, die Völler im Laufe seines Lebens ausgefüllt hat.
Besonders gut gefällt mir, dass hier nicht einfach eine Karriere abgehakt wird. Der Hanauer Junge, der Weltmeister, der Trainer, der Teamchef und der Sportdirektor bekommen ihren Platz. So entsteht ein rundes Bild von einem Mann, der viel erlebt hat und trotzdem nahbar geblieben ist.
Beim Lesen hatte ich dieses Fußballgefühl: Man erinnert sich an Spiele und denkt plötzlich, verdammt, das war schon so lange her. Bausenwein verbindet Fakten mit der Persönlichkeit hinter der bekannten Figur und zeigt, warum Völler bis heute so viele Menschen erreicht.
Mit 338 Seiten ist das kein Buch für eine Halbzeitpause. Wer nur Anekdoten erwartet, bekommt eine Biografie. Wer verstehen möchte, was hinter Rudi Nationale steckt, bekommt eine unterhaltsame Reise durch ein außergewöhnliches Fußballleben.
Für Fußballfans und Nostalgiker ist das eine schöne Zeitreise. Bei mir bleibt das Gefühl hängen, Rudi Völler besser zu verstehen.