Queenie ist zurück und hat einige neue Themen im Gepäck: Beziehung, Familie und einen sehr spontanen und bald nicht mehr zu ignorierenden Kinderwunsch. Und irgendwie arbeitet sie daran - oder die Themen bearbeiten sie?Queenie habe ich gefeiert und geliebt. Der erste Teil war ein Highlight für mich, an das ich mich immer noch gerne zurückerinnere. Natürlich musste ich deshalb auch die Fortsetzung lesen! Leider hat mich das Buch nach einiger Zeit verloren.Dabei startet die Geschichte noch spannend und unterhaltsam. Queenie recherchiert im Krankenhaus dazu, ob schwarze Frauen in der medizinischen Versorgung benachteiligt werden. Gleichzeitig wird ihre lockere Beziehung thematisiert. Für mich ein durchaus interessanter Start.Leider rücken dann Queenies Ex und ihr Kinderwunsch immer stärker in den Fokus - und irgendwann ging es für mich gefühlt um kaum noch etwas anderes. Auch kleine Exkursionen, wie beispielsweise ein Junggesellinnenabschied à la Jane Austen, konnten das nicht mehr wirklich auflockern.Queenie verliert sich zunehmend in ihrem unerfüllten Kinderwunsch und findet für mich keinen richtigen Umgang damit, sondern lässt sich immer weiter in diesen Strudel hineinziehen. Gerade ihre Entwicklung fand ich schwierig. Auf mich wirkte sie zunehmend wie eine Frau, die einen Mann an ihrer Seite braucht, um wirklich glücklich sein zu können. Nach dem ersten Band hatte ich eine solche Entwicklung einfach nicht erwartet.Dabei werden durchaus Themen angeschnitten, bei denen ich gerne länger geblieben wäre. Beispielsweise die Frage, ob Queenie ihren Kinderwunsch auch ohne einen Mann verwirklichen könnte. Diese Möglichkeit steht kurz im Raum, wird für mich aber nicht konsequent weitergedacht. Stattdessen bleibt am Ende wieder das Gefühl zurück: Mit Mann wäre es eben doch besser.Zusätzlich zog sich die Geschichte für mich ziemlich in die Länge. Mehrmals dachte ich darüber nach, das Buch abzubrechen. Gleichzeitig war ich neugierig genug, um weiterzulesen, und hoffte immer wieder, dass es das Ruder vielleicht doch noch herumreißt. Leider passierte das nicht und die letzten 100 Seiten habe ich schließlich nur noch überflogen.Schade, denn gerade nach meiner Begeisterung für den ersten Teil hatte ich mich sehr auf ein Wiedersehen mit Queenie gefreut. Diese Fortsetzung wird ihm für mich leider nicht gerecht. Vor allem der Witz und der Charme, die ich damals so geliebt habe, haben mir hier gefehlt.