Daggermouth, der Auftakt der Dilogie, hat mich positiv überrascht. Der Klappentext bildet dabei nicht einmal die Hälfte der eigentlichen Handlung ab. Denn das Buch ist nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben, sondern wir erleben die Geschehnisse aus der Erzählerperspektive, bei denen die verschiedensten Figuren näher betrachtet werden. Neben Shadera und Greyson stehen noch einige weitere Protas im Mittelpunkt des Geschehens. Dies war für mich anfangs allein aufgrund des Klappentextes sehr überraschend, hat jedoch dazu geführt, dass die Geschichte komplex wirkte und diverse Plottwists auftraten, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.
Das Worldbuilding gelingt gut, wenn gleich ich nach wie vor noch einige ungeklärte Fragen hatte, nach Beenden des Buchs. Doch gegebenenfalls werden diese im zweiten Teil der Dilogie beantwortet.
Die Tension zwischen Shadera und Greyson ist toll und nachvollziehbar beschrieben, wenn gleich sie durchaus für mich auch gerne ausführlicher hätte beschrieben werden dürfen. Manches wird hier nur angedeutet oder der Fantasie des Lesenden überlassen.
Hervorzuheben ist insbesondere, dass die meisten der Protas bereits um die dreißig Jahre alt sind. Ihre Entscheidungen und Handlungen spiegeln sich hierbei deutlich wieder. Denn die Protas haben bereits diverse Erfahrungen im Leben gemacht und lassen sich nicht so leicht von ihrer Meinung abbringen. Dies zu lesen war für mich sehr erfrischend und in der Welt der NA-Romane ungewöhnlich gut.
Daggermouth ist eine sehr düstere Dystopie in der Gewalt in seiner unterschiedlichsten Form ausgelebt und beschrieben wird. Wer hier bekannte Trigger hat, sollte dieses Buch nicht lesen.
Das Buch war für mich insgesamt nicht sehr vorhersehbar und wartete mit der oder anderen Überraschung auf. Ich bin nun sehr gespannt auf Teil 2 und wie die Geschichte von Shadera, Greyson und ihren Verbündeten weiter gehen wird.