Immernoch unterhaltend, aber mit deutlich weniger Inhalt, der die Handlung voranbringt
Nachdem ich Band 1 vielleicht etwas zu großzügig behandelt habe, kehre ich nun zurück zu gewohnter Strenge. Erst mal positiv hervorzuheben ist, dass auch dieses Buch einen gewissen Unterhaltungswert hat. Man kann es leicht und flüssig lesen, der Schreibstil ist aber gewohnt flach und eintönig. Das Buch hat keine Längen, es passiert eigentlich konstant etwas, die Protagonistin ist konstant in Bewegung. Nur macht sie immer wieder das Gleiche. Mit Jacks streiten, gezwungenermaßen mit ihm zusammenarbeiten, von ihm schwärmen... und dann wieder streiten und sich einreden, dass es das letzte Mal gewesen ist. Man liest und liest und liest und trotzdem kommt man nicht voran. Es reicht eben nicht nur, ein Buch mit Wörtern zu füllen, es muss auch irgendwie die Handlung vorantreiben und das ist hier nicht der Fall.Das einzige, was wirklich neue Erkenntnisse bringt, sind das Ende und die Offenbarung, was wirklich hinter dem Valorienbogen liegt. Und das ist maximal enttäuschend. Ich will hoffen, dass das im letzten Band noch relevant wird.Ansonsten ist das Buch ziemlich durcheinander. Es ist schon fast albern, wie viele Schuldige es im Laufe des Buchs für den Fluch gibt. Es ist diese Person, nein, es ist diese Person, oh mein Gott, es ist diese Person. Am Ende interessiert es einen gar nicht mehr. Das beweist auch, dass diese Reihe einfach viel zu viele Nebenfiguren hat, die alle irgendwie ihre Zeile in diesem Buch bekommen sollen, obwohl sie an sich gar keine Rolle spielen. Vor allem Marisol hat gar keinen Nutzen. Ich bin gespannt, ob sie im dritten Teil wieder eingespannt wird oder man ihre Existenz einfach vergisst.Das Ende ist gleichzeitig interessant und nervig. Interessant insofern, dass es definitiv viel Spielraum für den letzten Band bereithält. Nervig, weil es einfach verdeutlicht, wie diese Reihe künstlich in die Länge gezogen wird. Es war schon jetzt fast unerträglich, das Hin und Her zwischen Jacks und Evangeline zu verfolgen, obwohl jeder genau weiß, dass sie am Ende glücklich vereint sein werden. Liebesgeschichten eignen sich nicht für eine Reihe, vor allem nicht, wenn sie das Zentrum der Handlung sind. Und man merkt, dass Garber hier mit allen Mitteln versucht, die Geschichte noch länger laufen zu lassen wie schon bei Caraval und ich hoffe, dass es sich nicht genauso sehr von der Ausgangsgeschichte entfernt.