Bei diesem Buch bin ich etwas zwiegespalten. Es handelt sich nämlich eigentlich um ein Kinderbuch. Für ein Kinderbuch kommen hier aber sehr sensible und heftige Themen vor, über die Kinder vielleicht noch nicht in dieser Konstellation lesen sollten. Betrachtet man es hingegen als Buch für Erwachsene, ist der Inhalt für mich wiederum nicht tiefgründig und komplex genug, da es am Ende doch mehr wie ein Kinderbuch aufgebaut ist.
Hatte ich Spaß beim Lesen? Ja, tatsächlich. Denn wenn man sich auf diese Geschichte einlässt, hat man wunderbar schaurige Lesestunden. Gleichzeitig ist sie sogar ziemlich cozy - mit einer wunderbar schaurigen, drückenden und nostalgischen Atmosphäre. So etwas wie Grusel light: leicht, ohne zu komplexe Zusammenhänge. Vielleicht sogar genau das Richtige für den Sommer.
Die Handlung spielt in den 80er-Jahren - ohne Smartphones, Tablets und all die anderen Elektrogeräte, die für uns heute selbstverständlich sind. Genau das fand ich richtig gut und atmosphärisch. Die Geschwister befinden sich nämlich in einem Bed & Breakfast mitten im Nirgendwo, in der Nähe eines Waldes, und wecken aus Versehen Dinge auf, die sie lieber nicht hätten aufwecken sollen. Und so nimmt die Handlung ihren Lauf.
Mit der Großmutter der beiden Geschwister konnte ich in dieser Geschichte gar nicht warm werden. Erging es vielleicht noch jemandem so? Aber vielleicht ist das von der Autorin sogar so gewollt.
Ich hatte schöne Lesestunden mit diesem Schätzchen, das ich bei dem warmen Sommerwetter geschmökert habe, und irgendwie fand ich es genau passend.
Ich spreche eine Leseempfehlung für Erwachsene aus. Und vielleicht auch schon für Jugendliche, die psychisch stabil genug sind, um gut mit den sensiblen Themen umzugehen - vielleicht sogar in Begleitung von Erwachsenen.