Ciri befindet sich auf der Flucht und findet bei einem alten Einsiedler Unterschlupf vor ihren Verfolgern. In seiner tief im Moor versteckten Hütte kuriert sie ihre Wunden, körperliche wie seelische und sie öffnet sich ihrem Gastgeber und erzählt, was ihr widerfahren ist. Gleichzeitig sucht Geralt einen Weg aus dem Heer der rivischen Königin, denn obwohl diese ihn für seine Heldentaten an der Brücke zum Ritter geschlagen hat und er sich nun ganz offiziell Geralt von Riva nennen darf, will er natürlich so schnell wie möglich nach Nilfgaard gelangen, vermutet er Ciri doch dort in der Gewalt des Kaisers. Band 4 der Hexersaga schließt nahtlos an die Ereignisse aus Band 3 an, wobei hier eigentlich immer deutlicher wird, dass schon längst Ciri zur Hauptperson geworden ist und der Hexer eher eine Nebenrolle einnimmt. Wärend er sich mehr und mehr in den Irrungen und Wirrungen des Krieges und auf seiner Suche nach Ciri verliert, erleben wir diese, nach ihrem brutalen Zusammentreffen mit dem Kopfgeldjäger Bonhart, in einer sehr verletzlichen und emotional herausfordernden Situation. Ruhe findet sie bei Vysogota, einem ehemaligen Gelehrten, der als Ausgestoßener in den Sümpfen lebt und für Ciri schnell ein wertvoller Freund und Berater wird. In den Gesprächen mit ihm erfährt der Leser dann auch was aus der Rattenbande geworden ist und was Ciri Schlimmes erlebt hat, bevor sie schwer verletzt von Vysogota gefunden wurde. Ihre Figur wird hier als sehr verletzlich dargestellt, sie ist traumatisiert, hadert mit ihrem Schicksal, gleichzeitig lodert aber auch ein unstillbarer Hass auf jene, die ihr und ihren Freunden das angetan haben, in ihr. Ein schönes Stilmittel in den Abschnitten in denen Ciri Vysogota ihre Geschichte erzählt ist der fast immer gleiche Abschluss der Kapitel."Wenn es in jener Nacht jemandem gelungen wäre, sich zu der inmitten der Sümpfe verborgenen Hütte mit dem eingesackten und moosbewachsenen Strohdach zu schleichen......Doch das war nicht möglich. Niemand konnte das sehen. Die Hütte war gut im Röhricht des Sumpflandes verborgen. In einer in ewigen Nebel gehüllten Einöde, in die sich niemand wagte." Andrzej Sapkowski bleibt natürlich auch hier seiner Erzählweise treu, die eben sehr detailreich und dialoglastig ist und dadurch auch schon mal etwas ermüdend sein kann. Als Fan der Reihe ist man dies aber gewöhnt und kann solche Stellen auch gut ausblenden. In den Erzählungen Ciris kommt selten Langeweile auf, in den Episoden, die den Hexer betreffen dann schon eher, denn, obwohl er so dringend zur Rettung Ciris eilen will, kommt er so furchtbar langsam voran, lässt sich immer wieder ablenken und wirkt allgemein manchmal als wäre er eigentlich gar nicht richtig bei der Sache und lässt sich letztlich sogar zu einem Besuch an den Hof von Toussaint überreden, dessen Fürstin in der Vergangenheit eine innige Verbindung zu Rittersporn gehabt zu haben scheint, der in diesem Buch mit den Aufzeichnungen für seine Werk "Ein halbes Jahrhundert Poesie" beginnt. Irgendwie kann ich diese Art der Darstellung so gar nicht mit dem Bild in Einklang bringen, dass ich eigentlich bis dato von der Figur des Hexers hatte. Ein bisschen finde ich das schon schade. Zum Glück für den Leser hat aber auch Yennefer wieder ihren Auftritt, wobei das Handeln der Zauberin einem doch meistens Rätsel aufgibt. Natürlich bleibt Ciri auch in der moosbewachsenen Hütte nicht von ihren Dämonen verschont und so verlässt sie schließlich die in Nebel gehüllte Einöde um sich ihrem Schicksal zu stellen und es kommt zu einem eisigen Showdown und der Weg ist frei für das Finale der Saga.