"Biest der Highlands" war mein erstes Buch der Autorin und ich habe mich sofort sehr gut unterhalten gefühlt. Die Geschichte ist angenehm zu lesen, spannend aufgebaut und emotional erzählt.
Die Geschichte erinnert zwar sehr an "Beauty and the Beast", dennoch handelt es sich keineswegs um eine reine Nacherzählung. Vielmehr präsentiert die Autorin eine gelungene Neuinterpretation mit eigenen Ideen und frischen Elementen, die der Geschichte ihren ganz eigenen Charakter verleihen. Gerade dieser kreative Spielraum hat mir besonders gut gefallen.
Wir befinden uns in Schottland im Jahre 1880.
Im Mittelpunkt steht Adriana. Eine junge, kluge und ambitionierte Reporterin. In einer Zeit, in der dieser Beruf von Männern dominiert wird, muss sie sich behaupten und stößt immer wieder auf Widerstände. Doch Adriana ist stark, mutig und entschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen. Neben ihr begegnen wir weiteren facettenreichen Charakteren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen.
Durch einen neuen Auftrag trifft Adriana auf den zurückgezogenen und zunächst sehr unnahbaren Earl Stirling, der abgeschieden in einem düsteren Schloss lebt. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich angenehm langsam, was ich als sehr authentisch empfunden habe. Zwischen humorvollen, charmanten Dialogen und tief emotionalen Momenten entsteht eine spürbare Spannung, die mich durchgehend fesseln konnte.
Besonders begeistert hat mich das Setting. Als großer Schottland-Fan war ich sofort verliebt in die atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen. Die raue, mystische Stimmung der Highlands ist förmlich greifbar und verleiht der Geschichte eine ganz besondere Magie.
Der detaillierte und bildhafte Schreibstil von Anna Jane Greenville ist speziell und erfordert anfangs etwas Eingewöhnung. Mir persönlich hat er jedoch sehr gut gefallen, da Szenen, Landschaften und Emotionen intensiv und lebendig ausgearbeitet sind. Trotz der Detailverliebtheit bleibt der Text flüssig und leicht verständlich.
Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer, da die Einleitung vergleichsweise ausführlich und stellenweise etwas langatmig ist. Rückblickend war diese Ausführlichkeit jedoch sinnvoll, um die Figuren und ihre Hintergründe besser kennenzulernen.
Ein besonderes Highlight war für mich außerdem die Innengestaltung des Buches. Die liebevollen Illustrationen sind wunderschön und unterstreichen die Atmosphäre der Geschichte perfekt.
Abschließend kann ich Biest der Highlands allen Romantasy-Fans empfehlen, die Retellings lieben und eine ruhige, gefühlvolle und dennoch spannende Geschichte suchen. Dieses Buch eignet sich wunderbar für gemütliche Lesestunden in der kalten Jahreszeit. Perfekt, um einfach einmal abzutauchen und den Alltag hinter sich zu lassen.