Ein sehr starker Beginn. Das glückliche Ehepaar, das drei Kinder hat, zieht beim Ausbruch der Pandemie mit den zwei Töchtern zur Sicherheit ins Landhaus.
Der Sohn ist bei seinen Freunden in einer befreundeten Familie untergebracht.
Alles läuft gut, bis James mit einem Mal, aus heiterem Himmel, seine Familie verlässt. Er hat seit einiger Zeit eine Affäre. Die Trennung ist vollständig. Er will kein Sorgerecht für die Kinder und verzichtet auf die Immobilien der Familie.
Belle, die vollkommen überraschte Ehefrau, ist am Boden zerstört. Sie macht sich auf Spurensuche. Gab es Anzeichen, hat sie etwas übersehen?
Das ist alles sehr gut, klar und verständlich geschrieben. Ich lerne seine und ihre Herkunft und Eltern kennen, erfahre, wie sie sich kennen- und lieben gelernt haben. Ich erkenne daran erneut, dass jeder auch ein Produkt seiner Erziehung ist und im späteren Leben nur bedingt aus seiner Haut heraus kann.
Die Zeit nach der Trennung ist extrem schwer für Belle. Sie muss diesen Bruch verarbeiten, muss ihn verkraften. Auch hier hat mir der Schreibstil sehr gefallen. Die Protagonistin lässt uns sehr direkt an ihren Hochs und Tiefs teilhaben. Dabei kann ich selbst aus der Rückschau heraus die Motive des Mannes und sein kaltblütiges Vorgehen nicht verstehen. Genau wie Belle, die ja mit James verheiratet war, passt dieses Verhalten einfach nicht zu dem Mann, mit dem sie zwanzig Jahre verheiratet war.
Die Scheidung ist noch einmal eine schwere Prüfung. Zum Glück hat Belle Freunde und Familie die sie stützen. Aber sie erwacht aus ihrer Lethargie und übernimmt wieder Verantwortung für sich und für ihr Leben. Sie beginnt wieder zu schreiben.
Der Roman hat mich sehr beeindruckt, lässt eine Frau uns doch ihr Verlassenwerden und deren Folgen hautnah miterleben.
Sicher- ist sie privilegiert. Dennoch muss auch sie alle Prüfungen und Gefühle durchleben. Wie sie das dann aber schafft und irgendwann wieder zu sich selbst findet, ist berührend und motivierend beschrieben.