Manchmal reicht eine kleine Begegnung, um ein ganzes Leben leise neu auszurichten. Die Glücksagenten erzählt genau davon: von dem Moment, in dem das Herz wieder auf Empfang schaltet, obwohl es längst im Stand-by-Modus war. Perrine steht mitten im Leben und gleichzeitig am Rand davon, ausgelaugt, unsichtbar, müde von Erwartungen, die sie selbst kaum noch spürt.
Dann tritt eine kleine Foxterrier-Hündin in ihr Leben und mit ihr eine Idee, die so simpel wie radikal ist: Jeden Tag eine gute Tat. Was zunächst fast naiv wirkt, entfaltet schnell eine erstaunliche Kraft. Zwischen ehrlichen Komplimenten, gesammeltem Müll und kleinen Gesten für Fremde entsteht etwas, das berührt, ohne kitschig zu werden. Das Glück wird hier nicht als Dauerzustand verkauft, sondern als Bewegung, als etwas, das wächst, wenn man es teilt.
Besonders berührt hat mich, wie still und respektvoll Cécile Pardi mit Themen wie Erschöpfung, Sinnsuche und später Selbstwirksamkeit umgeht. Perrine ist keine Heldin, sondern eine Frau mit Rissen, Zweifeln und vorsichtigen Hoffnungen. Genau darin liegt ihre Stärke. Die Sprache bleibt leicht, fast schwebend, und trägt dennoch Tiefe in sich.
Nicht jede Episode sitzt perfekt, manches wiederholt sich im Motiv. Doch gerade diese Sanftheit macht den Roman zu einem wohltuenden Begleiter. Ein Buch, das nicht laut verändern will, sondern leise erinnert: Glück beginnt oft dort, wo man aufhört, nur sich selbst zu betrachten.