Auf den Roman Pizza Orlando von Clara Umbach war ich sehr gespannt, da der Klappentext so vielversprechend klang:
Clara und Nina, die sich schon seit ihrer Jugend kenne, treffen sich als Erwachsene wieder. Da leidet Nina bereits unter den ersten Symptomen der unheilbaren Huntington-Krankheit, an der auch ihre Mutter starb, als Nina gerade 20 war. Nina und Clara verlieben sich und beginnen eine stürmische Liebesbeziehung, trotz der Diagnose und der Entfernung ihrer Wohnorte Berlin bzw. Hamburg. Mit Chatnachrichten halten sie die Beziehung aufrecht oder versuchen es zumindest, denn Clara hat ihre eigenen Probleme als alleinerziehende Mutter mit Geldnöten, während Nina nicht ans Sterben denken will. Können die beiden eine gemeinsame Zukunft haben?
Leider fand ich gerade die Teile, die in Chatnachrichten-Form waren, sehr anstrengend zu lesen, und sie machten den größten Teil des Romans aus. Es ist so sehr schwer, der Geschichte zu folgen, es kommt kein wirklicher Lesefluss auf.
Die Abschnitte in Fließtext sind meiner Meinung nach deutlich gelungener und haben mir besser gefallen.
Die Idee der Krankheit greift der Krankheit vor und wirft einen Schatten, lange bevor die eigentlichen Symptome einsetzen.
Nach dem Gentest, den du mit Anfang zwanzig durchführen ließest, entschiedest du dich jahrelang dagegen, das Ergebnis abzuholen. Du warst sechsundzwanzig, als du es schließlich doch wissen wolltest. »Ach du Scheiße«, sagte die Ärztin, als sie den Briefumschlag öffnete. Deine Notizen aus diesen Tagen gabst du mir in Form einer weiteren Liste:
[...]
In den folgenden Jahren bemühtest du dich, intensiver denn je, um die Aufrechterhaltung einer Identität. Weiter arbeiten, jetzt erst recht. Du begannst einen Masterstudiengang, gingst auf Veranstaltungen, knüpftest Kontakte. Rückblickend sagtest du, der Wunsch eines Klassenaufstiegs sei nie stärker gewesen als zu dieser Zeit. Der Literaturbetrieb schien dir das richtige Vehikel dafür zu sein, Professionalität ein Anker, den du ins Leben warfst. Etwas, das ich von dir übernommen habe, ist die positive Verwendung des Wortes professionell in allen möglichen Situationen, die eigentlich nichts mit einer Berufswelt zu tun haben. Professionalität als höchstes Kompliment.
Doch auch insgesamt hatte ich an dieses emotionale und schwere Thema höhere (oder vielleicht einfach andere?) Erwartungen. Für mich las sich das alles sehr distanziert, mir fehlte hier die Tiefe, die Protagonistinnen blieben sehr distanziert für mich. Auch der Schreibstil war einfach so gar nicht mein Fall, leider.
Obwohl ich das Thema ansich sehr interessant fand, konnte mich dieses Buch leider nicht überzeugen und ich vergebe wohlwollende 2 von 5 Sternen, würde das Buch aber nicht weiterempfehlen.
Vielen Dank an den ecco Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!