In "Jetzt sag doch endlich was" schreibt David Hugendick in einem autobiografischen Essay über das Stottern, über Sprache, Ungeduld und das Sprechen in einer Welt, die kaum Pausen kennt.
Hugendick erzählt nicht nur von seinen eigenen Erfahrungen mit Stottern, sondern nutzt sie als Linse, um über Gesellschaft, Zeitdruck und Erwartungen an Kommunikation nachzudenken. Stottern wird hier nicht als Defizit dargestellt, sondern als unerwartete Unterbrechung, die zeigt, wie sehr flüssiges Sprechen als Norm gilt und wie wenig Raum für Unmittelbarkeit und Verzögerung zugestanden wird.
Was dieses Buch besonders macht, ist seine ehrliche, oft genial humorvolle und beeindruckend reflektierte Sprache zwischen irritierende Erfahrungen mit ungeduldigen Blicken, peinlichen Momenten und dem ständigen Gefühl, nicht schnell genug zu sein. Zugleich gelingt es ihm hiermit, jene Thematik zugänglich zu machen und nachdenklich zu stimmen: es geht nicht nur um das Stottern, sondern um die Art, wie wir zuhören, sprechen und uns verstanden fühlen wollen. David Hugendick lädt dazu ein, das eigene Redetempo und die gesellschaftlichen Erwartungen an Kommunikation zu hinterfragen und zeigt, wie viel Ungeduld in unserem Alltag steckt.
"Jetzt sag doch endlich was" ist eine beeindruckende essayistische Annäherung an das Stottern sowie das Sprechen, welche mit Klugheit wie sprachlicher Finesse brilliert.