Zeitkritischer Klassiker des modernen Journalismus
Rund 100 Jahre ist es her, dass Egon Erwin Kisch sich auf Streifzug durch Berlin begab und dabei seine Beobachtungen und Erlebnisse niederschrieb. In der Neuauflage "Berliner Bohème" sind rund 30 Texte versammelt, in denen er kritisch und zugleich unterhaltsam ein Bild vom Berlin der 1920er Jahre zeichnet. Mag sein, dass Kisch hie und da nicht ganz objektiv, unpolitisch oder wahrheitsgemäß berichtet, doch nicht ohne Grund gilt der "rasende Reporter" noch heute als Sprachgenie und Chronist seiner Zeit. Die Texte mögen zwar über 100 Jahre alt sein und auch die Wortwahl scheint vielleicht stellenweise etwas verstaubt, doch die Inhalte sind es nicht. Sie lassen sich leicht ins Heute übertragen - und Kischs Schreibstil macht Lust darauf, das heutige Berlin zu durchstreifen und die Schauplätze von damals zu (be-)suchen. Fazit: Bei "Berliner Bohème" handelt es sich um einen zeitlosen, ironischen und spritzigen Klassiker mit Geschichten, die das Leben schreibt.