Der vorliegende Band setzt die Editionsreihe kirchenordnender Dokumente des 16. Jahrhunderts fort. Er führt in die Kirchenordnungen der Territorien und Städte des Elsass ein und ermöglicht das Studium sehr unterschiedlicher Modelle der kirchlichen Organisation und der Ausgestaltung gemeindlichen Lebens.
When the Reformation was established in a territory or an imperial city, the territorial lords and the municipal authorities were forced to issue new ordinances for numerous areas of church life in their communities. These ordinances often had a wide impact, not only on church life but on the political and legal events in the territories. This second volume on Alsace contains the church ordinances of the county of Hanau-Lichtenberg, the territories of Fleckenstein and Rappoltstein as well as the imperial cities of Colmar, Hagenau, Mulhouse, Munster in the Munster Valley and Wissembourg up to the year 1618. In keeping with influence of the reformation centers of Basel, Strasbourg and Württemberg, very different models of church organization and of the structure of communal life are shown. Mit der Einführung der Reformation in einem Territorium oder einer Reichsstadt waren die Landesherren und Magistrate gezwungen, ihren Gemeinwesen für zahlreiche Bereiche des kirchlichen Lebens neue Ordnungen zu geben, auch weil sie die päpstliche Obedienz und die bischöfliche Jurisdiktion nicht mehr anerkannten. Die erlassenen Ordnungen wirkten dabei oft weit über den Rahmen des kirchlichen Lebens hinaus auf das politische und rechtliche Geschehen in den Territorien. Zu den kirchenordnenden Texten zählen Agenden, Liturgien, Gebetsformulare, Vorschriften zur Anstellung von Pfarrern und Diakonen sowie Richtlinien zu ihrer Tätigkeit, Instruktionen für Visitationen, aber auch Armen-, Ehe- und Zuchtordnungen.
Der vorliegende zweite Teilband zum Elsass enthält die Kirchenordnungen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, der Herrschaften Fleckenstein und Rappoltstein sowie der Reichsstädte Colmar, Hagenau, Mülhausen, Münster im Münstertal und Weißenburg bis zum Jahr 1618. Entsprechend der Prägung durch die reformatorischen Zentren Basel, Straßburg und Württemberg zeigen sich bei ihnen sehr unterschiedliche Modelle der kirchlichen Organisation und der Ausgestaltung gemeindlichen Lebens.