Eine schöne und ausgefallene Geschichte, aber andere Bücher von Erich Kästner haben mir noch besser gefallen.
Inhalt:Mäxchen ist anders als andere Kinder seines Alters: Er ist nämlich nur wenige Zentimeter groß. Im Alltag stellt ihn das vor Herausforderungen, aber davon lässt er sich nicht unterkriegen. Er hat große Träume und beweist Kreativität, Kampfgeist und Geschicklichkeit bei der Bewältigung von Problemen...Meine Meinung:Ein nur wenige Zentimeter großer Protagonist und ein Zirkus als wichtiger Handlungsschauplatz versprechen eine fantasievolle und abwechslungsreiche Geschichte. Mit Mäxchen hat man einen sympathischen und liebenswerten Protagonisten mit dem man sich gut identifizieren kann. Auch die Nebenfiguren schließt man schnell ins Herz und sie sind eine Bereicherung für die Geschichte. Es ist schön zu sehen, wie sehr Mäxchens Wohl seinem Ziehvater Jokus am Herzen liegt. Das Buch hat eine schöne Botschaft. Mäxchen lässt sich nicht davon unterkriegen, dass er sehr viel kleiner ist als andere Kinder. Seine geringe Körpergröße macht er mit jeder Menge Optimismus, Kreativität, Geschicklichkeit und Kampfgeist mehr als wett. Selbst als er gegen Ende der Geschichte in eine gefährliche Situation gerät verlässt er sich nicht einfach darauf, dass Hilfe von außen kommen wird. Er überlegt sich selbst einen Plan, der ihm zur Rettung verhilft.Die Geschichte an sich ist zeitlos, aber in einem kleinen Punkt hat man ihr das Alter dann doch in ziemlich lustige Weise angemerkt: Aus heutiger Sicht wirkt es etwas ungewöhnlich, dass das kleine Mäxchen davon träumt zum Werbegesicht für eine Zigarrenmarke und ein alkoholisches Getränk zu werden. Es gibt lustiger Weise auch jeweils eine passende Illustration, die ein Werbeplakat zeigt auf dem das kleine Mäxchen mit einer Zigarre bzw. einem Sektglas in der Hand zu sehen ist. Außerdem hatte ich zuvor noch nie die Redewendung "betrunken wie eine Strandhaubitze" gehört. Das Erzähltempo der Geschichte ist eher langsam, aber die sympathischen Haupt- und Nebencharaktere lassen einem das verzeihen. Schade ist allerdings, dass der Klapptext den Großteil der Handlung verrät, die ohnehin nicht gerade vor überraschenden Wendungen strotzt. Der Klapptext verrät ein entscheidendes Ereignis, das erst nach etwa 130 von insgesamt 190 Seiten eintritt. Warum gebe ich dem Buch trotz der genannten Stärken bloß 3 Bewertungssterne? Die Geschehnisse, die den Höhepunkt und zugleich das Finale der Geschichte bilden, hätten noch etwas spannender und mitreißender in Szene gesetzt werden können. Die gefährliche und dramatische Situation wird aus meiner Sicht zu schnell und mit etwas zu einfachen Mitteln beseitigt.Außerdem tritt das Buch in "große Fußstapfen". Ich habe von Erich Kästner bereits einige andere Bücher gelesen, die mich noch mehr überzeugt haben - u.a. "Das doppelte Lottchen", "Emil und die Detektive", "Das fliegende Klassenzimmer", "Pünktchen und Anton" und "Drei Männer im Schnee". Die genannten Bücher haben mich noch mehr begeistert.Fazit:Es handelt sich zweifellos um ein schönes Kinderbuch mit einer außergewöhnlichen Grundidee, das mit liebenswerten Charakteren und einer fantasievollen Handlung überzeugt. Im Vergleich mit anderen Büchern von Erich Kästner (z.B."Das doppelte Lottchen", "Emil und die Detektive", "Das fliegende Klassenzimmer", "Pünktchen und Anton" und "Drei Männer im Schnee") hat die Geschichte aber weniger Tiefgang, ist nicht ganz zu mitreißend und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.