Das Buch - Du, meine Seele, singe - von Erika Geiger führt durch das Leben des berühmten Liederdichters Paul Gerhardt, dessen 350. Todestag Ende Mai in diesem Jahr gedacht wird.
Das Leben Paul Gerhardts im 17. Jahrhundert war sicherlich kein leichtes. Die Autorin Erika Geiger hat sehr gut recherchiert und die wenigen tatsächlich bekannten Aspekte seines Lebens chronologisch in Form gebracht. Dies umfasst seine Kinder- und Schulzeit, seine theologische Ausbildung, sein beruflicher Werdegang als Lehrer und Pfarrer, sowie sein familiäres Umfeld. Sein Leben ist geprägt vom 30-jährigen Krieg, der Pest und einer hohen Sterblichkeitsrate. Paul Gerhardt muss viel Leid ertragen. Seine Frau und vier seiner fünf Kinder sterben sehr früh. Umso erstaunlicher, dass er nie verzweifelt ist. Aber sein Glaube und sein festes Vertrauen in Gottes Führung wurden ihm zum Trost und bewegten ihn immer wieder zum Lobgesang. So hat er seine Gedanken und Gebete in sehr vielen Liedern niedergeschrieben.
Viele seiner Lieder sind auch uns heute noch bekannt, stehen in unseren Gesangbüchern und werden vielen Menschen zum Trost, wie z. B.: Befiehl du deine Wege; Geh aus, mein Herz und suche Freud; uvm.. Die Liedtexte berühren auch heute noch und haben nichts an Bedeutung verloren.
Ich hatte mir von dem Buch eher eine reine Biographie erwartet und war etwas überrascht so viele Ausführungen über diese längst vergangene Zeit und eine ausführliche, (fast) wissenschaftliche Darlegung, über das Ringen um das reformierte oder lutherische Bekenntnis, vorzufinden für kirchengeschichtsinteressierte Leser aber sicherlich sehr wertvoll.
Den größten Gewinn werde ich aus dem letzten Teil des Buches haben und diesen Teil sicherlich auch noch mehrmals lesen. Dort sind die bekanntesten Lieder von Paul Gerhardt (mit allen Strophen) abgedruckt und sehr schön analysiert und interpretiert.
Alles in allem ein interessantes Buch, über einen außergewöhnlichen, gottesfürchtigen Mann, dessen Lieder auch heute noch Trost und Hoffnung schenken.