Leo ist glücklich geschieden und genießt ihre eigene Wohnung und die Vorzüge des Alleinseins. Männer möchte sie trotzdem kennenlernen, am besten im Internet. Sie hat sich für ein Leben ohne Kinder entschieden. Ihre Eltern haben kein Verständnis dafür. Da kümmert sie sich lieber um die Tiere im Tierheim. Und eigentlich wünscht sie sich viel mehr Leichtigkeit in ihrem Leben. Warum eine Familie gründen, wenn man dann noch einsamer ist als allein? So wie ihre Eltern möchte sie nicht werden. Aber wie soll das gehen? Ein erfülltes Leben ohne Kinder und Mann. Geht das, wenn die meisten Menschen doch gerade nach diesem Leben streben?
Eva Lohmann hat es wieder geschafft. Sie stellt dem Leser kluge Fragen, bringt ihn zum nachdenken. Leichtigkeit wünscht sich doch fast jeder. Aber wer schafft das schon richtig gut? Ja, jeder soll so leben wie er mag aber verurteilt wird man trotzdem. Leo weiß eigentlich was sie will. Lässt sich aber dazu verleiten zu daten und einen neuen Mann fürs Leben zu finden. Im Internet gibt es davon genug. Jeder Mann könnte ein neues Leben sein. Leo ist eigenwillig, bleibt sich treu und hinterfragt. Besonders charmant sind die Nebenfiguren. Am Ende jedes Kapitels gibt es noch einen kurzen Absatz aus Sicht eines anderen Charakters. Heide und Kaninchen Frederic tragen maßgeblich zur Entscheidungsfindung bei und dannJa, dann fühlt sich alles plötzlich ganz leicht an. Wie viel Nähe braucht ein Mensch? Muss man unbedingt einen Partner und Kinder haben, um ein ausgefülltes Leben zu führen? Diese Fragen werden hier nicht beantwortet aber Lohmann lädt den Leser sein, sich genau damit zu beschäftigen. Sich zu hinterfragen, wie man leben möchte.
Ein warmherziger Roman über Selbstbestimmung, Freiheit und Familie. Ein Appell an den Leser mutig zu sein, zu hinterfragen und zu akzeptieren. Und auch das gehört zur Wahrheit dazu. Jeder Mensch ist anders und Toleranz ist keine Einbahnstraße. Eine große Empfehlung.