Wer bereits Bücher von Fredrik Backman kennt, weiß, dass er warmherzig und humorvoll, aber auch extrem emotional und tiefgründig schreibt. Sein neuester Roman Freunde fürs Leben bildet da keine Ausnahme.
Hier verbringen vier junge Menschen aus einer Kleinstadt den Sommer an einem verlassenen Pier. Sie genießen ihre Freundschaft und das kurze Glück der gemeinsamen Stunden abseits eines Alltags, der von bitterer Härte geprägt ist. Einer von ihnen besitzt ein besonderes künstlerisches Talent, doch es fehlt ihm an Selbstvertrauen. Er scheint für diese Welt nicht geschaffen zu sein, doch seine Freunde setzen alles daran, das zu ändern. Fünfundzwanzig Jahre später begibt sich die achtzehnjährige Louisa auf die Spuren dieses Malers, seiner Clique und eines ganz besonderen Gemäldes, das ihre eigene Seele tief berührt.
Der Autor entfaltet diese Geschichte auf zwei Zeitebenen. Trotz des leichten Schreibstils und des warmherzigen Witzes verliert er ernste Themen wie Loyalität, häusliche Gewalt, Vernachlässigung und Trauer nie aus den Augen. Die Dynamik zwischen den Jugendlichen beschreibt er roh, realistisch und hochemotional. Seine Charaktere sind vielschichtig, authentisch und besitzen eine einzigartige Präsenz.
Die Leichtigkeit des Covers wirkt wie eine Momentaufnahme: ein Sommer, vier Freunde und die letzten unbeschwerten Tage. Dieses Buch habe ich eher erlebt als gelesen bewegend, poetisch und tiefgründig. Es erzählt von Kunst, Liebe und dem Wert von Freundschaften, die ein Leben lang halten. Auch wenn die Spurensuche in der Gegenwart streckenweise ein paar Längen hatte, bleibt der Roman ein absoluter Lesegenuss!