Bei diesem Buch hat mir das Cover sofort gefallen, das schöne Blau als Grundfarbe und die Vanillepflanze mit Blüte in der Mitte.
Anfangs fand ich den Schreibstil etwas anstrengend, da er sehr ungewohnt ist. Es werden Begebenheiten nicht immer in der chronologischen Reihenfolge erzählt und die Formulierungen sind teilweise ungewohnt. Bei den Formulierungen weiß ich natürlich nicht, ob die Autorin sie so gewählt hat oder ob es an der Übersetzung liegt. Je weiter ich im Buch kam, desto mehr gewöhnte ich mich daran und fand den Schreibstil zunehmend apart.
Die Geschichte das Sklaven Edmond, der aber mehr wie ein Ziehsohn bei dem verwitweten weißen Grundbesitzer und Botaniker Ferréol Bellier-Beaumont aufwächst, ist von einigen Abschnitten abgesehen sehr traurig. Durch die Arbeit mit seinem Ziehvater, bei der er vieles über Pflanzen lernt, wünscht er sich selber, Botaniker zu werden. Aber als Sklaven steht ihm kein teurer Schulunterricht zu, und er kann allenfalls Gärtner werden. Und als er schließlich die Entdeckung macht, wie man die Vanille bestäuben kann, erhält er keine der erhofften Belohnungen. Während sich über die Jahrzehnte hinweg Menschen auf der ganzen Welt mit dem Verkauf der Vanille die Taschen füllen, bleibt er nahezu mittellos und hat auch nach dem Ende der Sklaverei einen steinigen Lebensweg vor sich.
Der Leser erfährt einiges über die Lebensbedingungen der Schwarzen auf La Réunion zu jener Zeit, sowohl während der Sklaverei, als auch danach.
Besonders faszinierend fand ich die Geschichte der Vanille, die wir heute als ganz selbstverständlich ansehen. Durch dieses Buch weiß ich nun auch endlich, warum sie Bourbon Vanille heißt. Insgesamt finde ich dieses Buch für historisch und botanisch ein wenig interessierte Menschen sehr lesenswert.