Es geht um eine ernste und immer geheimnisvoller werdende Geschichte rund um den Pinnocchio Stoff und ach man, wie gerne würde ich das Buch mehr mögen.
Pinò lebt als Mensch, nachdem er aus einem Holzscheit befreit wurde und jahrelang als Puppe in der Werkstatt Geppettos sein Dasein fristete. Und man spürt früh in der Geschichte diese Unsicherheit, die ihn konstant umgibt und immer schlimmer wird, desto weniger alles um ihn herum Sinn ergibt, denn er ist ein Ersatz, von dem er lange nicht wusste, dass er einer ist. Nun versucht er die Vergangenheit seines 'Vaters' und dessen ursprünglicher Familie zu entschlüsseln und dabei gibt es eine Menge Gefühle. Schuld und Unsicherheit, aber auch Angst, Wut, Trauer, Enttäuschung und Schock. Alles ist dabei.
Während die erste Hälfte sehr gemächlich startet, bringt die zweite Hälfte durchaus Spannung und den von mir lang erhofften Sog endlich wissen zu wollen, was passiert ist und warum. Aber das kam mir zu spät, und ich kann leider nicht richtig erklären warum oder woran genau es lag. Die kurzen Kapitel mag ich gerne, sie helfen mir dabei mich besser durch ein Buch zu hangeln. Aber in dem Fall waren sie vielleicht sogar etwas zu kurz? Oft empfand ich niemanden als sonderlich sympathisch, was auch daran lag, dass ich zu niemandem, auch nicht zu Pinò, einen richtigen Zugang fand. Ich habe seine Wut verstanden, aber nicht selbst gefühlt.
Das Ende erklärte mir dann immerhin einiges und ein Plottwist hat mich überrascht, womit ich definitiv froh bin, dass ich es beendet habe, aber vermutlich hat die Story einfach nicht ganz meinen Nerv getroffen.