Maggie, Roise und Harley sind seit der Schulzeit beste Freundinnen und wohnen einem Haus, das eher Bruchbude ist. Zusammen ziehen sie oft durch die Partyszene Belfasts. Das ändert auch der tragischer Tod Lydias, der Vierten in der Freundinnenkonstellation nicht, auch wenn alle drei sehr zu kämpfen haben. Und obwohl es Zeit wird, dass ihr Leben (mit Anfang 30) endlich in geregelten Bahnen laufen sollte, bekommen sie es nicht hin.
Weird Girls von Grainne OHara ist ein wilder Ritt und man sollte sich auf viel Party, Alkohol und Drogen einstellen. Die drei sind nämlich immer unterwegs, was in den Zwanzigern und als Studentinnen vielleicht normal ist, mit Anfang dreißig, aber offensichtlich als Kompensation dient. Im Grunde ist es ein Coming-of-Age Roman für jene, die eigentlich zu alt dafür sind. Das macht ihn allerdings nicht weniger amüsant.
Ich habe gern mit den Freundinnen Zeit verbracht, zusammen, aber auch einzeln. Schnell haben sie vor meinem inneren Auge Gestalt angenommen. Die Dialoge und das Zwischenmenschliche spickt Gráinne OHara mit einer gewissen Prise Witz, genauso wie die gelungenen Vergleiche und Metaphern, die sie eingebaut. Das hat mir unheimlich gut gefallen.
Leider kam das Ende viel zu schnell. Nicht nur, weil ich gerne mehr von Roise, Maggie und Harley gelesen hätte. Der Höhepunkt, in ihrem Fall eine Partynacht, welche die Veränderung herbeiführt, war durchaus schlüssig, aber dann ging es hopplahopp und nicht alles konnte ich so ganz nachvollziehen, da fehlte mir eine gewisse Tiefe, die den Roman noch besser gemacht hätte. Auch scheint Lydia, die anfangs eine sehr große Rolle gespielt hat, plötzlich abhandengekommen zu sein. Ich hätte mir gewünscht, dass sich Grainne OHara da mehr Zeit gelassen hätte, oder am Anfang ein wenig gekürzt, damit es ausgeglichener ist.
So oder so, habe ich eine neue irische Autorin gefunden, die mich trotz allem mit ihrem Debüt überzeugen konnte.