"Weird Girls" fühlt sich an wie ein Abend, der viel zu lange geht - irgendwo zwischen Vodka Cranberries, Selbstzerstörung, Freundschaft und der Frage, ob man mit Ende 20 eigentlich jemals wirklich weiß, was man tut.
Ich mochte total, dass sich das Buch nicht perfekt anfühlt. Die Mädels machen Fehler, treten auf einer Stelle, verletzen sich gegenseitig und schaffen trotzdem kleine Fortschritte. Genau das hat es für mich so echt gemacht. Man liest nicht nur einfach über sie - man lebt diesen Chaoszustand irgendwie mit ihnen mit.
Besonders stark fand ich die Dynamik der Freundinnen-WG und dieses Gefühl, dass keiner sich wirklich traut, etwas an der Situation zu verändern, obwohl alle merken, dass es so nicht weitergeht. Nur der Teil rund um Lydia und ihren Tod hätte für mich noch mehr Raum bekommen dürfen. Die Trauer war zwar immer präsent, aber emotional hätte da für mich noch mehr Tiefe drin sein können.
Trotzdem: roh, chaotisch, traurig und gleichzeitig irgendwie warm.
Ein Buch wie Konfetti auf klebrigen Küchenfliesen um 4 Uhr morgens!