Zerbricht der Westen?

Über die gegenwärtige Krise in Europa und Amerika. gebunden.
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Der Westen steckt in seiner schwersten Krise. Heinrich August Winkler analysiert die Ursachen und erklärt die Zusammenhänge. Mit seinem glasklar formulierten Buch gibt der berühmte Autor der "Geschichte des Westens" dem Leser einen politischen Kompas … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Zerbricht der Westen?
Autor/en: Heinrich August Winkler

ISBN: 3406711731
EAN: 9783406711732
Über die gegenwärtige Krise in Europa und Amerika.
gebunden.
Beck C. H.

1. September 2017 - gebunden - 492 Seiten

Beschreibung

Der Westen steckt in seiner schwersten Krise. Heinrich August Winkler analysiert die Ursachen und erklärt die Zusammenhänge. Mit seinem glasklar formulierten Buch gibt der berühmte Autor der "Geschichte des Westens" dem Leser einen politischen Kompass in die Hand, der dabei hilft, sich im ebenso verwirrenden wie gefährlichen Krisenbündel unserer Zeit zurechtzufinden. Zerbricht der Westen? Finanzkrise, Flüchtlingsströme, Brexit, autoritäre Regime in der EU und an ihren Grenzen, dazu ein amerikanischer Präsident, der weltweit für tiefe Verunsicherung sorgt - Europa und Amerika haben mit so vielen Herausforderungen gleichzeitig zu kämpfen, dass Endzeitstimmung aufkommt. Gleichsam als "Geschichte auf Widerruf" beschreibt der wohl beste Kenner des Westens Schritt für Schritt die jüngsten Ereignisse - und er spart dabei nicht mit klaren Urteilen über das, was falsch gelaufen ist, was richtig bleibt und was sich dringend ändern muss, wenn der Westen die Krise überwinden will.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1. Europäische oder westliche Werte?
2. Die Nationen überwinden oder überwölben?
3. Ein Europa bis zum Euphrat?
4. Währungsunion ohne Politische Union?
5. Wer spricht für Europa?
6. Europa versus Amerika? 
7. Rückkehr der deutschen Frage? 
8. Zufl uchtsort Europa? 
9. In Vielfalt vereint?
10. Was folgt aus dem Brexit?
11. Wohin steuern die USA?
12. Zerfällt die EU? 
13. Zerbricht der Westen? 
14. Zeit der Zerreißproben: Ein Fazit 
 Was danach geschah: Postscriptum 
 Dank 
 ANHANG  Abkürzungsverzeichnis 
 Anmerkungen
 Personenregister 

Portrait

Heinrich August Winkler ist einer der prominentesten deutschen Historiker. Seine Werke Der lange Weg nach Westen und Geschichte des Westens sind weithin gelesene Bestseller. Seit 1991 war er bis zu seiner Emeritierung Professor für Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2014 erhielt er den Europapreis für politische Kultur der Hans Ringier Stiftung und 2016 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Pressestimmen

"Der Autor begegnet dem Leser als der brillante Historiker, der er ist und der viele kluge Einsichten und Analysen bietet."
Hessische Niedersächsische Allgemeine, 18. Dezember 2017 "Ein profilierter Publizist, der prägnant zu formulieren versteht." Eckhard Jesse, Neue Zürcher Zeitung, 28. Dezember 2017 "Zeigt den Historiker als unermüdlichen Dokumentaristen und aufmerksamen Beobachter der Zeitläufte." Hermann Rudolph, Tagesspiegel, 20. Dezember 2017 "Winklers Buch ist engagierter Debattenbeitrag und kluge Analyse tagespolitischer Ereignisse - und damit Orientierung in unübersichtlichen Zeiten." Michael Hirz, Cicero, Oktober 2017 "Winkler plädiert leidenschaftlich für eine Rückbesinnung auf Partnerschaft, Pluralität und Repräsentativität in der Demokratie."
Gunther Hartwig, Schwäbische Post, 5. Oktober 2017 "Winklers Buch ist engagierter Debattenbeitrag und kluge Analyse tagespolitischer Ereignisse - und damit Orientierung in unübersichtlichen Zeiten."
Cicero LITERATUREN, 30. September 2017 "Es ist ein düsteres Bild, das Winkler vom Westen zeichnet: Zerstritten, verunsichert, scheinbar handlungsunfähig. Auch wenn man vieles was beschreibt, in den vergangenen Jahren miterleben konnte: So verdichtet und strukturiert, wie Winkler die Entwicklungen seit 2014 präsentiert, wird einem beim Lesen erst so richtig bewusst, dass nicht nur die EU, sondern das, was wir als westliche Welt bezeichnen, tatsächlich zerbrechen könnte." Jan Ehlert, NDR Kultur, 12. September 2017 "Was den Autor seit je auszeichnet, das trägt auch diesmal: Er ist einfach ein guter Erzähler." Stephan Speicher, ZEIT, 7. September 2017 "Die faktenreiche Darstellung des Berliner Historikers liest sich fast wie ein Kriminalroman (...) gut lesbare und sehr informative Studie." Guido Kalberer, Der Bund, 2. September 2017

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 07.10.2017

Er schreibt und schreibt und schreibt

Heinrich August Winkler erkennt die durch den Brexit und durch Donald Trump verschärfte Krise des Westens, nicht jedoch deren Ursachen.

Von Gregor Schöllgen

Zerbricht der Westen? Die Frage zu stellen heißt von der Existenz des Westens auszugehen. Das tut Heinrich August Winkler, längst emeritierter Ordinarius an der Berliner Humboldt-Universität und einer der fleißigsten deutschen Historiker seiner Generation. In vier Bänden mit insgesamt gut viereinhalbtausend Seiten hat er zuletzt die "Geschichte des Westens" von den "Anfängen in der Antike" bis zur Gegenwart aufgeschrieben. Wer wie er den Westen als Wertegemeinschaft begreift, wer Menschenrechte und Demokratie als das einigende Band dieser Gemeinschaft identifiziert, den müssen die Zeichen der Zeit beunruhigen. Deshalb hat er abermals zur Feder gegriffen. Das Buch knüpft an den letzten Band seiner Geschichte der westlichen Welt an, der die Entwicklung bis zur Ukraine-Krise des Jahres 2014 behandelt, und das heißt: Auf 500 Seiten, Rückblicke inklusive, werden jetzt die drei seither vergangenen Jahre Schritt für Schritt abgegangen.

Im Grunde handelt es sich um ein Itinerar, das die Entwicklung der Staaten und ihrer Gemeinschaften Woche für Woche, mitunter auch Tag für Tag verzeichnet und den Leser so zuverlässig durch das Dickicht der nationalen und internationalen Verwerfungen der vergangenen Monate führt. Alleine die jedes Detail ausleuchtende Rekonstruktion des Brexit nimmt 50 Seiten in Anspruch. Das macht die Lektüre mitunter mühsam, zumal der Autor auf einen durchgängigen analytischen Zugriff verzichtet. Andererseits gibt es so gut wie keine Weichenstellung der vergangenen Jahre, über die sich nicht streiten ließe. So gesehen, lädt Winkler - das ist eine Stärke seines Buches - ständig zum Widerspruch ein. So zum Beispiel mit seiner Antwort auf die Frage: "Was folgt aus dem Brexit?" Bedeutet das Ergebnis des britischen Referendums wirklich eine "tiefe Zäsur", gar eine "Erschütterung"? Tatsächlich kann die EU auch ohne ein Land auskommen, das der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft erst nicht beitreten wollte, dann nicht beitreten durfte und schließlich seit der Aufnahme 1973 wie kein zweites Mitglied auf Sonderkonditionen und Ausnahmeregelungen bestanden hat. Schwerer wiegt, dass eine Mehrzahl der Briten offensichtlich der Überzeugung ist, internationale Krisen wie die unkontrollierte Migration ließen sich im Alleingang lösen.

Diese Auffassung teilen auch Amerikas republikanischer Präsident und mit ihm etwa die Hälfte seiner Landsleute, die im November 2016 zur Wahl gegangen sind. Für Winkler ist der "Bruch", den Donald Trump schon bei seiner Amtseinführung mit der bisherigen Politik der Vereinigten Staaten vollzog, "radikal". Insoweit der Präsident "kein Wort zu den unveräußerlichen Menschenrechten" oder auch zu den Verbündeten verlor, kann man dem Autor darin gewiss folgen. Aber gilt das auch für Winklers Einschätzung, Trumps Devise "America First" sei "eine Absage an die universellen Werte, in deren Zeichen die Vereinigten Staaten 1776 gegründet wurden"?

"America First" war die Maxime sämtlicher amerikanischer Präsidenten, gerade auch nach 1945. Keiner von ihnen ließ einen Zweifel daran, dass die Interessen des eigenen Landes Vorrang vor denen aller anderen Länder haben müssen, diejenigen der Verbündeten, Partner und Freunde eingeschlossen. Tatsächlich gibt es kein vernünftiges Argument, warum ein Staats- und Regierungschef die Interessen seines Landes nicht als vorrangig definieren sollte. Er oder sie muss das sogar tun. Denn den "Nutzen" des eigenen Landes zu "mehren" - so die deutsche Eidesformel - ist der ausdrückliche Auftrag auch eines Bundeskanzlers.

Die Frage ist nur, wie das geschieht. Die transatlantische Allianz war seit ihrer Gründung im Frühjahr 1949 immer auch, wenn nicht in erster Linie, ein Mittel amerikanischer Interessenpolitik auch in und gegenüber Europa. Das war legitim, denn die Westeuropäer verdankten der massiven Präsenz der Vereinigten Staaten ihre Freiheit und ihren Wohlstand. Im Gegenzug teilten oder akzeptierten sie den Wertekanon Amerikas und nahmen ihn als Synonym für die Werte des Westens.

Spätestens seit dessen Vor- und Garantiemacht unter Berufung auf diese Werte in Vietnam einen zehnjährigen Krieg führte, der für manchen Beobachter Züge eines Genozids trug und der erste Ökozid der jüngeren Geschichte gewesen ist, hatte der Westen allerdings seine Glaubwürdigkeit verloren. Und das nicht nur beim weltpolitischen Gegner oder in der damals sogenannten Dritten Welt, sondern auch in den eigenen Reihen. Auch deshalb gibt es diesen alten Westen nicht mehr. Vor allem aber ist ihm vor einem Vierteljahrhundert der Osten abhandengekommen. Dieser Verlust lässt sich schwerlich überschätzen, weil der Wertekanon der Nato oder der europäischen Gemeinschaften gerade in der Abgrenzung von der kommunistischen Welt seine volle Überzeugungskraft entfaltete.

Keine der westlichen Gemeinschaften hat es in den vergangenen 25 Jahren geschafft, sich diesen grundlegend geänderten Verhältnissen anzupassen, im Gegenteil: Unfähig oder unwillens zur Reform, aber auch überwältigt vom Andrang der jungen Staaten Ostmittel- und Südosteuropas, nahmen Nato und Europäische Union in Serie neue Mitglieder auf, von denen viele die Vorgaben bestenfalls auf dem Papier erfüllten. Lediglich bei der Türkei zog Europa dann doch noch die Notbremse, wie Winkler anschaulich schildert.

So gesehen, handelt sein Buch von Symptomen der Krise, nicht von ihren Ursachen. Geht es wirklich darum, die "Reform der Währungsunion und der Europäischen Union" voranzutreiben, sich also in den nicht bewährten Bahnen weiterzubewegen? Oder ist es nicht an der Zeit, die Anachronismen hinter sich zu lassen und den Realitäten der globalisierten Welt Rechnung zu tragen? Zu ihnen gehört die Renaissance des Nationalstaates, auch in Europa. Man mag sie beklagen, man mag sie begrüßen, aufhalten kann man sie nicht. Nichts verbindet die Menschen so sehr wie die gemeinsame Sprache, die gemeinsame Kultur, die gemeinsame natürliche Umwelt, die gemeinsame Geschichte und immer auch eine gemeinsame Gefahr: Die Flüchtlingskrise - auch sie ist zentrales Thema dieses Buches - wurde in ausnahmslos allen Ländern als nationale Herausforderung begriffen.

Die von Winkler diagnostizierte "Entnationalisierung der westlichen Demokratien" war vielleicht in einigen Phasen des Kalten Krieges - und dann namentlich in der Bundesrepublik, einem Land ohne vollständige äußere Souveränität - zu besichtigen. Die Wirklichkeit sieht nicht erst seit Brexit und Trump anders aus. Mit einer Reparatur hier, einer Ergänzung alter Verträge dort ist es nicht getan.

Die westliche Wertegemeinschaft, auch das auseinanderdriftende Europa, muss durch die dazu bereiten Nationen von Grund auf neu verhandelt werden, was nicht mit der Entsorgung, sondern mit der Erhaltung von Bewährtem gleichzusetzen ist. Nicht zufällig tauchte dieser Gedanke, auch in Deutschland, im Umfeld der sogenannten Ost-Erweiterung der EU auf. In einer Zeit, in der einige der Neuankömmlinge den Wertekanon der EU und damit des Westens in Frage stellen, ist er aktueller denn je.

Heinrich August Winkler: Zerbricht der Westen? Über die gegenwärtige Krise in Europa und Amerika.

C.H. Beck Verlag, München 2017. 493 S.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Kann man getrost vergessen.
von Wedma - 10.11.2017
So verlockend die Kapitelüberschriften und der Titel erscheinen, so fad und nichts Neues sagend präsentiert sich leider der Inhalt. Der Anfang war so vielversprechend, aber nach und nach lösten sich die spannenden Ansätze im bloßen Nacherzählen der politischen Ereignisse der letzten 5-7 Jahre auf, die man als Tagesgeschehen zeitnah den Leitmedien entnehmen konnte. Platituden und Allgemeinplätze, insb. in der zweiten Hälfte, statt spannender Analysen, Aufdeckung unterliegender Verhaltensmuster, die die Demokratie im Westen in schwere Krise gebracht haben und plausibler Vorschläge, wie man die Probleme lösen könnte, die ich hier eigentlich erwartet habe. Selbst dort, wo es sein müsste, im Fazit, sucht man nach derartigen Inhalten vergeblich. Man bekommt lediglich die offizielle, für breite Massen vorbereitete Meinung, die man den größeren Zeitungen und ÖR-Sendern entnehmen konnte. Zudem wurde es so getan, als ob dort der Wahrheit letztes Wort stünde. Dass es dem nicht so ist, dass diese Art der Berichterstattung lediglich der fromme Wunsch ist, die breite Masse auf einen bestimmten Kurs zu bringen und bestimmte Ansichten in deren Köpfe zu pflanzen, weiß jeder kritisch denkender Leser. Konkrete Beispiele gibt es in Neuerscheinungen wie "Eiszeit" von Gabriele Krone Schmalz, in "Ein Leben ist zu wenig" von Gregor Gysi, etc. Auch was die Beschreibung der Konflikte angeht, z.B. in Syrien, in der Ukraine, blieb der Autor bei offiziell genehmer Meinung, predigte gebetsmühlenartig von Krim-Annexion, dämonisierte Putins Russland, wie man es aus den Leitmedien gewohnt ist, verteufelte Trump &Co., von Erdogan und Assad ganz zu schweigen. Ganz sicher war ihm z.B., dass es Assad war, der Giftgasangriff auf eigene Bevölkerung " in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet" (sehr "präzise" Angabe, muss man sagen) in 2013 verübte, S. 235. Auf welche Quelle sich diese Behauptung stützt, ließ Winkler im Ungewissen. Ich kenne eine gute Quelle, die das Thema glaubwürdig darlegt, da steht es aber anders, s. "Die den Sturm ernten" von Michael Lüders. Auch an anderen Stellen fehlten die Quellenangaben, z.B. S. 175-176. Woher die Zahlen kommen, auf die der Autor seine Argumentation stützt? Oder geht es davon aus, dass man ihm aufs Wort glaubt? Die Frage: Warum lese ich das eigentlich? Tauchte schon recht oft auf. Es ist Schnee von gestern, trocken und ohne wahrnehmbaren Mehrwert dargelegt noch dazu. Aber ich konnte/wollte nicht glauben, dass es tatsächlich schon alles sein wird. Da müsste doch noch das Eigentliche kommen, die Substanz, so meine Hoffnung. Leider war es nicht der Fall. Winkler beschreibt die Ereignisse größtenteils neutral, mit paar Ausnahmen, s.o. Mir fehlte aber auf der gesamten Strecke das Denken in Zusammenhängen, die Hintergründe, die Frage, warum das eine oder andere geschehen ist und mögliche Interpretationen hierzu samt Vorschlägen, wie man die Situation entschärfen könnte. z.B.: Warum sah sich Putin gezwungen, in der Ukraine so vorzugehen? Vllt weil die Politik des Westens der letzten fünfzehn Jahre ihn dazu gebracht hat? Vllt wurden da die geopolitischen Interessen Russlands missachtet? Mehr dazu z.B. in "Eiszeit" von Gabriele Krone Schmalz. Und was ist mit Syrien und angrenzenden sowie arabischen Ländern? Vllt war da einiges schiefgelaufen, da die Aggression vom Westen her ausging und man nun die Früchte dieser Politik präsentiert bekommt? Mehr dazu in "Schwarze Flaggen" von Joby Warrick, "Die den Sturm ernten" von Michael Lüders, "Nur wenn du allein kommst" von Souad Mekhenet, ferner "Illegale Kriege" von Daniel Ganser, uvm. Aber nein, nichts dergleichen war den Ausführungen hier zu entnehmen. Da klang es schon fast nostalgisch, dass die Zeitungen ihre Deutungshoheit zugunsten des Internets verloren haben. Warum? Fehlte wieder hier mal. Vllt weil die Menschen verstanden haben, dass sie dort hpts. indoktriniert werden und haben keine Lust mehr dazu, auch weil es mit dem Selbstverständnis einer funktionierenden Demokratie nicht vereinbar ist, wie Frau Krone Schmalz sehr treffend in "Eiszeit" sagt, oder auch weil sie nicht mehr ein Teil der Volksverdummung mehr sein wollen, von der Michael Lüders in seinem o.g. Buch spricht: "Eigentlich wäre es höchste Zeit, innezuhalten und sich neu zu sortieren. Eine Weltordnung zu begründen, die um Ausgleich und Kompromiss unter den jeweiligen Akteuren bemüht ist, einen Dialog auf Augenhöhe führt. Die vom Zenit abgleitende Weltmacht USA sucht genau diesen Ausgleich nicht. Sie ist bestrebt, eigene Interessen auf Kosten anderer durchzusetzen, notfalls mit Gewalt. Und nicht zuletzt mit Hilfe einer auch medial betriebenen Dämonisierung des gegenwärtigen Hauptgegners Russland. Die Machtpolitik Moskaus, Teherans oder Pekings ist im Zweifel jedoch nicht mehr und nicht weniger skrupellos als die des Westens. Sie in den Kategorien von "gut" und "böse" zu verorten, wobei "wir" natürlich zu den Guten rechnen, das grenzt an Volksverdummung." S. 167. Wenn ich an Winklers "Zerbricht der Westen?" denke, kommt mir genau diese Verdummung in den Sinn. Genauso wie die Worte von Frau Krone Schmalz aus dem o.g. Buch: "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich zudem das journalistische Selbstverständnis gewandelt hat. Es geht nicht mehr in erster Linie darum zu informieren, sondern darum, die Menschen auf den "richtigen" Weg zu bringen. Eine solche Haltung, zu der sich manche sogar ausdrücklich bekennen, scheint mir grenzwertig. Auf welches Recht könnten sich Journalisten in pluralistischen demokratischen - und nicht diktatorisch geführten - Gesellschaften dabei berufen? Demokratie ist auf ein breites Meinungsspektrum angewiesen und darauf, dass angstfreie Debatten möglich sind. Es ist ein Jammer, dass dieser Luxus einer Demokratie von zwei Seiten in die Zange genommen wird. Auf der einen wettern rechte Demagogen und hasserfüllte Wutbürger, auf der anderen intolerante Mainstream-Journalisten und überhebliche Expertokraten, die alles zu wissen meinen, in den letzte Jahren immer wieder spektakulär danebenlagen." S. 259. Fazit: Wer es geschafft hat, dem polit. Geschehen, v.a. deren Interpretation der Leitmedien zu entkommen, die durch alle großen überregionale Zeitungen und Fernsehen gegeistert hat, wenn man z.B. a lá Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel die letzten 5-7 Jahre verbracht hat, der könnte evtl. Nutzen aus diesem Buch ziehen. Sonst kann man die kostbare Lesezeit viel spannderen Werken widmen, s.o. Auch "Die Krise der Demokratie und wie wir sie überwinden" von Ch. Lammert und B. Vormann ist eine sehr gute Adresse, wie wertvolle Denkanstoße von Helmut Schmitt in "Was ich noch sagen wollte".
Der Autor bleibt uns die Antwort leider schuldig
von bellis-perennis - 17.10.2017
Der deutsche Historiker Heinrich August Winkler wirft mit dieser Frage ein komplexes Thema auf. Dass der "Westen" in der Krise steckt, ist jedem klar, der nur halbwegs die Nachrichten verfolgt oder seriöse Zeitungen liest. Doch was sind die Ursachen dafür? Gibt es einen Lösungsansatz? Bei der Ursachenforschung spannt der Autor einen weiten Bogen. Über viele Kapitel hinweg erzählt er die Geschichte einzelner Staaten. So geht er im dritten auf die Rolle der damaligen EWG und der Türkei ein. Bereits 1963 (!) gab es Bestrebungen beiderseits, die Türkei ins Europäische Boot zu holen. Doch schon damals gab es zu viele Unterschiede in den Auffassungen der Machthaber. Also wurde das Unternehmen auf Eis gelegt, bis einige Streitpunkte ausgeräumt würden. Einiges ist davon bis heute nicht erledigt und mit dem aktuellen Staatsoberhaupt in weite Ferne gerückt. Auch die teilweise gemeinsame und doch wieder trennende Geschichte zwischen Europa und den USA wird den Lesern spannend dargeboten. Geschickt werden historische Ereignisse auf beiden Seiten des Atlantiks in Kontext gestellt. Der Blick in den Osten, Richtung Russland und China fehlt auch nicht. Dem Zerfall der UdSSR, dem Fall der Berliner Mauer, der Wiedervereinigung Deutschlands sowie das Heranreifen Chinas zu einer Industrie-Großmacht - all dies wird gut leserlich, mt dem einen oder anderen Seitenblick dargestellt. Im Mittelteil des Buches können wir über die (Welt)Wirtschaftskrise lesen. Wir haben ja schon zuvor erfahren, dass vor allem Griechenland seinen Beitritt zur EU auf betrügerische Weise erschlichen hat. Die nächsten Kapitel erscheinen wie eine Zäsur: Wir erhalten nämlich nur eine Vielzahl von Aufzählungen aus den Nachrichten, eine Art "Bestandsaufnahme" von ohnehin Bekanntem, ohne allzu viel Mehrwert. Als Leser vermisse ich auf den letzten 150 Seiten die Leichtigkeit der Erzählung, die Spannung, mit der ich zu Beginn des Buches gefesselt wurde. Hat man den Autor zur raschen Fertigstellung des Buches gedrängt? Was mir jedoch überhaupt fehlt, sind mögliche Lösungsansätze. Auf die Frage im Titel "Zerbricht der Westen?" erhält der Leser keine Antwort, nicht einmal eine unbefriedigende. Das finde ich sehr schade. Fazit: Nach einem interessanten Beginn, leider eine Enttäuschung.
Die Zukunft aus der Vergangenheit ableiten
von Janine V. - 16.09.2017
Flüchtlingskrise, Brexit, Trump als neuer US-amerikanischer Präsident - das sind Schlagworte, die die Frage aufwerfen wie es um den Westen bestellt ist. Ist der Zusammenhalt der EU stark genug, um auch in Zukunft schwierige Entshcheidungen gemeinsam zu treffen? Wird der Euro bestand haben und wird Trump seine Wahlversprechen wahr werden lassen? Winkler präsentiert die jüngste Geschichte von Europa und Amerika und bringt sie in Zusammenhang, um daraus Prognosen für die Zukunft abzuleiten. Ich bin ein absoluter Laie bei politischen Themen und ich bekomme nur die größten Ereignisse mit. Der Titel des Buches hat mich sehr angesprochen, denn auch mir ist nicht entgangen, dass es immer wieder islamistische Terroranschläge in Europa gibt, dass die Flüchtlingsfrage heiß diskutiert wird und jeder blickt wohl mit großer Skepsis zum neuen US-amerikanischen Präsidenten. Das Buch hält im Großen und Ganzen was es verspricht. Winkler geht strukturiert durch die jüngste Geschichte der einzelnen europäischen Länder, der EU und der USA. Der Inhalt ist sehr umfassend und man muss sich schon sehr konzentrieren, um bei den ganzen Namen, Orten und Daten nicht den Überblick zu verlieren. Für meinen Geschmack hätte es hie rund da gerne knapper ausfallen können. Sicherlich spielt jedes Land seine eigene Rolle, dennoch muss ich nicht über jeden Wahlkampf Bescheid wissen, um zu verstehen wie es um jedes Land bestellt ist und welche Meinung es in der EU vertritt. Ich denke, alle wichtigen Themen der letzten Jahre werden gut strtrukturiert und verständlich beleuchtet, sei es die Flüchtlingskrise, Trumps Wahlkampf, Brexit oder islamistische Terroranschläge. Zögerliche bis falsche Entscheidungen von Führungspersonen, ehlender Konsens der EU und der aufkommende Popularismus sind nur Beispiele, die WInkler als Probleme und Ursachen der aktuellen Krise sieht. Dennoch wird deutlich, dass sowhol die EU als auch die USA auf eine gewisse Tradition und Werte beruhen aus denen sie Kraft und Zuversicht schöpfen können, um aus der Krise gestärkt emporzutreten. Für mich hat das Buch einen sehr umfassenden Überblick, um die aktuelle Siutation des Westens gegebn und mir geholfen viele Dinge richtig einzuordenen. Wer der Politik regelmäßig folgt, wird vielelicht nicht allzu viel neues finden, aber sich anderseits auch nicht überfordert fühlen von den vielen Namen und Daten. Interessant ist es allemal, denn viele angesprochende Probleme sind immer noch nicht gelöst und es kommt auf die richtigen Entscheidungen der Politiker in Zukunft an.
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