Manchmal reicht schon der Geruch von heißem Punsch, um mitten ins eigene Kopfkino zu stolpern. Alte Schulbänke, Kreidestaub, dieses nervöse Kichern kurz vor dem nächsten Streich. Genau da setzt Die Feuerzangenbowle an und zieht einen mit charmantem Grinsen zurück in eine Zeit, in der Autoritäten noch geschniegelt waren und Schülerstreiche eine kleine Form von Freiheit bedeuteten.
Der Roman lebt nicht von großer Handlung, sondern von Momenten. Von Dialogen, die sitzen wie ein perfekt platzierter Schneeball. Von Figuren, die karikaturhaft überzeichnet sind und gerade deshalb so treffsicher wirken. Pfeiffer mit drei f ist weniger Held als Projektionsfläche für all die verpassten Jugenderinnerungen, die man sich manchmal zurückwünscht, wenn der Alltag zu ordentlich wird.
Diese Schmuckausgabe macht aus dem bekannten Stoff ein echtes Erlebnis. Die Illustrationen von Barbara Behr fügen sich wunderbar ein, verspielt und warm, ohne den Text zu erschlagen. Die Extras zwischen den Seiten fühlen sich an wie kleine geheime Zettel aus der Schulbank, die man eigentlich nicht haben dürfte. Dazu die Fotos aus dem Film, die sofort Heinz Rühmanns Stimme im Kopf anschalten.
Natürlich ist das alles nostalgisch, manchmal bewusst harmlos und weit weg von moderner Problemprosa. Doch genau darin liegt die Stärke. Zwischen Humor und Leichtigkeit schwingt immer auch Melancholie mit. Die Ahnung, dass diese heile Schulwelt schon damals ein Wunschbild war. Heute liest sich das wie eine Pause vom Lärm, ohne komplett die Augen vor der Geschichte zu verschließen.
Unterm Strich ein Buch, das wärmt. Nicht laut, nicht tiefschürfend im klassischen Sinn, aber mit Herz, Witz und erstaunlich viel Gefühl. Perfekt für Winterabende, an denen man sich ein Stück Geborgenheit zwischen zwei Buchdeckel gießen möchte.