Rainer Maria Rilke (1875-1926) hat zahlreiche Gedichte über Rosen verfasst. Die Rose war für ihn ein Sinnbild für eine tiefe, fast überirdische Emotion. Die Rose war ein prägendes Element in seinem lyrischen Schaffen, sie tauchte auch in vielen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen auf. Besonders in seinem französischen Gedichtzyklus Les Roses (1924) setzte er sich ausführlich mit der Symbolkraft und der Ästhetik der Rose auseinander. Selbst sein Grab trägt einen Rosen-Spruch: Rose, oh reiner Widerspruch, Lust / Niemandes Schlaf zu sein unter soviel / Lidern.
Der Zyklus gilt als ein Höhepunkt der späten Rilke-Lyrik, in der er häufig Gedichte in französischer Sprache verfasste. Die Gedichte zeichnen sich durch eine schlichte Form, eingängige Bilder und poetische Kraft aus. Mitunter beschreibt er die Rose als ein halboffenes Buch oder als glühende Begleiterin unserer gegenwärtigen Leidenschaften.
Die im Jan Thorbecke Verlag erschienene Neuerscheinung In Rilkes Rosengar-ten versammelt über fünfzig Rosen-Gedichte (teilweise aus dem Französischen). Neben den sinnlichen Gedichten punktet der wunderbare Band mit zarten Rosenabbildungen und einer tollen Aufmachung. Fazit: ein ausgefallenes und sicher Freude bringendes Geschenk nicht nur für Lyrik- und Rosenliebhaber.