Zwei Geschwister, die der Langeweile verfallen sind, kombiniert mit einem tristen regnerischen Tag, welcher mit den Farben der kindlichen Fantasie zum Leben erweckt wird. Dies stellt die Prämisse von "Regentag" dar, ein von Jens Rassmus illustriertes, textloses Bilderbuch. Eine fantasievolle Reise durch den Alltag, die das innere Kind aus jedem lockt, sei es jung oder alt.InhaltAusgang der Handlung: Ein Mädchen und ihr jüngerer Bruder müssen den Tag aufgrund eines Unwetters zu Hause verbringen und wissen zunächst nichts mit sich anzufangen. Keine Freunde im Park treffen, kein Um-die-Wette -Rennen, kein Spielplatz, einzig und allein:LANGEWEILEDie wortwörtlich grau dargestellte monotone Welt wirkt in den Kinderaugen alles andere als erfreulich. Sie müssen den restlichen Tag zu Hause verbringen, aber mit ihrer kindlichen Fantasie bleibt der Tag alles andere als langweilig. Zusammen denken sich die beiden Szenarien aus, die Farbe in den tristen Regentag bringen wie ein Ball auf dem Kopf, der sich zu einem gewaltigen Berg formt. Ihre Abenteuer kennen keine Grenzen, so sind die beiden Geschwister im einen Moment Riesen, die über das Land stapfen, und in dem anderen Raubkatzen, die miteinander umhertollen und zwischen den Seiten hin und her springen. KritikRassmus schafft es perfekt, den tristen Regentag mit seinen schwarz-weißen Tuschezeichnungen festzuhalten und bietet einen poetischen und künstlerischen Einblick in die Welt aus kindlichen Augen. Kleinste Bewegungen und Emotionen der Geschwister werden in Panel-artigen Illustrationen festgehalten, welche ein langsames Erzähltempo vorgeben und damit der Fantasie der Kinder einen noch ausschlaggebenderen Punkt verleihen und auf diese Weise eine liebevolle Bruder-Schwester-Beziehung erzählen. Die großen farbigen Illustrationen zeigen die Objekte und Landschaften, die die beiden Kinder sich vorstellen. So wird in einer Szene aus einem unbedeutenden Putzeimer ein fantasievoller Brunnen und im nächsten das Wohnzimmer zu einer bunten märchenhaften Waldlandschaft, in der sie in der Größe von Ameisen über Pilze springen und Sträucher erklimmen. Nichts scheint unmöglich und die Vorstellungskraft kennt keine Grenzen. Aus den einfachsten Objekten entstehen große verspielte Welten, die sowohl für kindliche Rezipienten die Fantasie anregen und auf ein kleines Abenteuer mitnehmen als auch auf Erwachsene wie Eltern, Lehrer oder Erzieher, die dieses Bilderbuch mit ihren Kindern behandeln. Ein Jeder, der dieses Buch in die Hand nimmt, bekommt von "Regentag" noch einmal die Möglichkeit die Magie des Kindseins zu erfahren. FazitZurecht ist es also bereits mit mehreren kleineren Preisen, wie dem Leipziger Lesekompass oder dem LesePeter der AJuM, ausgezeichnet worden. Auch eine Nominierung des Deutschen Jugendliteraturpreises in der Kategorie Bilderbuch zeigt, dass es allemal lesenswert ist. Dabei lädt Jens Rassmus in eine realitätsnahe Erzählung aus dem Alltag ein, die die kindliche Fantasie an seine Grenzen bringt und eine spannende Geschwistergeschichte mit herrlichen, farbenfrohen Illustrationen erzählt, die wahrscheinlich die meisten aus ihrem eigenen Leben kennen.