Prometheus ist so ein Buch, bei dem man nach ein paar Seiten innehält und denkt: Verdammt, warum ist mir dieser Mythos nie so begegnet? Jonas Grethlein nimmt die alte Geschichte vom Feuerdieb und macht daraus eine moderne Denkmaschine. Technik, Freiheit und Arbeit hängen plötzlich enger zusammen, als man glaubt.
Stark fand ich, wie selbstverständlich der Blick von der Antike bis in unsere Gegenwart wandert. Frankenstein, Marx, Heidegger, die Atombombe und Elon Musk bekommen ihren Platz. Das klingt nach viel Stoff, bleibt aber gut zusammengehalten. Man merkt, dass Fortschritt nicht automatisch bedeutet, dass alles besser wird. Gerade beim Thema KI und technischer Macht wird es angenehm unbequem.
Ganz ohne Anstrengung kommt man nicht durch die Seiten. Manche Passagen verlangen Konzentration und die Bereitschaft, sich auf philosophische Gedanken einzulassen. Für mich hat sich das gelohnt, weil das Buch nicht einfach Antworten hinlegt, sondern im Kopf weiterarbeitet.
Ein kluger, spannender und aktueller Blick auf einen uralten Mythos. Prometheus bleibt nach der letzten Seite jedenfalls nicht einfach zwischen Zeus und Adler sitzen, sondern marschiert direkt in die Gegenwart.