"Mr. Fox" ist ein Buch, das mich etwas unentschlossen zurück gelassen hat. Ich habe tatsächlich ein paar Tage gebraucht, um mir meine abschließende Meinung zu bilden.
Stellenweise langatmig, dann wieder höchst spannend, erzählt die Autorin Joyce Carol Oates in ihrem ganz eigenen, ungewöhnlichen Schreibstil die Geschichte eines Wolfs im Schafspelz.
Mr. Francis Fox ist ein beliebter, charismatischer und von allen geschätzter Privatschullehrer. Nur ahnt keiner, was hinter seiner geschlossenen Bürotür mit seinen Schülerinnen geschieht.
Der Einblick in Fox' Gedanken ist gleichermaßen faszinierend und verstörend abstoßend. Er verdreht die Wahrheit, manipuliert sein Umfeld - und in gewisser Weise auch sich selbst. Durch die Sichtweise seiner Opfer wird klar, wie gut seine perfide Masche seit Jahren funktioniert. Doch dann wird Francis Fox tot aufgefunden und es stellt sich die Frage, wer von seinen Übergriffen wusste und dem ein Ende setzen wollte.
In ihrem Roman wählt die Autorin sehr explizite, manchmal schon fast brutale Worte, mit denen sie bewusst schockieren will. Und das schafft sie auch! Dazu kommen Themen, die allesamt nicht leicht sind: Mobbing, familiäre Vernachlässigung und nicht zuletzt Pädophilie. Wenn ein Buch eine Triggerwarnung gebrauchen könnte, dann dieses!
Das Buch löst auf jeden Fall eine Menge negativer Emotionen aus und könnte deswegen ein Buch sein, das die Meinungen spaltet.
Fazit: ein verstörender Roman, der dennoch eine eigentümliche Sogwirkung hat und mich auch nach dem Zuklappen noch beschäftigt hat!