Evas Ehe ist gescheitert, zu ihrer Tochter hat sie kaum noch Kontakt, aus ihrem Traum Musikerin zu sein wurde auch nichts. Sie fühlt sich einsam und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Bei einem Kurzbesuch bei ihrer Freundin Luise trifft sie eine spontane Entscheidung. Sie wird den Kranichen auf den Weg nach Frankreich mit dem Fahrrad folgen. Auf ihrer Reise trifft sie interessante Menschen und muss auch viel Zeit mit sich allein verbringen. Sie erlebt Einsamkeit, die Sehnsucht nach ihrer Tochter quält sie. Kann sie sich selbst aushalten? Und wie will sie zukünftig leben?
Ein ruhiger, einfühlsamer Roman über das Leben. Sich leicht fühlen, entspannt, das wollen ja die meisten Menschen. Doch wem gelingt das schon richtig gut? Viel zu viele Sorgen und Probleme kreisen in unseren Köpfen. Unausgesprochene Erwartungen, hohe Ansprüche. Das macht es nicht leichter. Das Leben hat Spuren hinterlassen. Unsere Protagonistin entscheidet spontan aus dem Bauch raus. Möchte eigentlich nur den Kranichen folgen. Doch was sie erlebt, ist so viel mehr als das. Sie muss sich mit sich auseinandersetzen, sich hinterfragen. Durch Vertrauen ins Leben und viel Mut lernt sie ganz langsam und fast nebenbei einfach zu sein, die Wunder des Lebens zuzulassen. Der Schreibstil ist ganz leicht und flüssig, manchmal fast poetisch. Es liest sich richtig gut. Atmosphärisch schwanken wir hier zwischen tollen Naturbeschreibungen, Aufbruchstimmung aber auch Angst vor dem was kommt. Auch die Story hat mir richtig gut gefallen. Ob es jetzt realistisch ist, mit dem Fahrrad ungeübt so eine weite Strecke zu fahren, darüber lässt sich sicher streiten. Aber warum eigentlich nicht? Das Leben schreibt ja bekanntlich die schönsten Geschichten.
Ein Roman, der Mut macht, wenn manchmal alles aussichtslos erscheint. Empfehle ich euch sehr gern weiter.