Ich mag die Gestaltung des Buches richtig gerne. Die Darstellung von Jax und Elodie passt perfekt zu meiner Vorstellung von ihnen und zu der Beziehung, die sie miteinander haben. Außerdem mag die Verwendung der eher gedeckten Farben, die die Stimmung der Geschichte ziemlich gut einfangen.
Diese hat mich direkt gereizt: Als ihre Mutter krank wird, bleibt Elodie Havare nichts anderes übrig, als sich freiwillig für die Ausbildung zur Soldatin zu melden, um Geld für einen Heiler zu beschaffen. Die sogenannte Auslese ist gefährlich, brutal und nicht selten tödlich. Elodie rechnet nicht damit, so lange durchhalten zu können, um wirklich Schattensoldatin am gefürchteten Bruch, der Grenze zum Reich der gefallenen Götter, zu werden. Doch sie hat die Rechnung ohne Jax Elder gemacht, der jeden Versuch zunichte macht, unsichtbar zu bleiben, als er ihr als Partner zugewiesen wird. Elodie weiß nicht, ob sie dem selbstsicheren Mann vertrauen kann, schließlich kämpft jeder alleine um sein Überleben und Elodie hat ein Geheimnis, das sie ihm auf keinen Fall anvertrauen kann.
Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen gebraucht habe, um richtig in die Geschichte zu finden, obwohl ich mich darauf gefreut habe, sie zu lesen. Das liegt allerdings nicht am Schreibstil. Vielmehr ist dieser wirklich gut, unaufgeregt und trotzdem auf eine ruhige Art fesselnd, bei der ich ab einem gewissen Zeitpunkt im Buch gar nicht gemerkt habe, wie schnell ich es durchgelesen habe.
Die Geschichte als solche braucht ein bisschen, um mich so richtig zu fesseln, das fand ich im Nachhinein aber nachvollziehbar, weil sie sich Zeit nimmt, um die Welt und die Charaktere kennenzulernen und man nicht direkt mitten in die Handlung geworfen wird. Ich mochte, dass man den Raum bekommt, sich erst einmal zurechtzufinden, bevor so viel passiert, sodass man gar nicht mehr weiß, wo man anfangen soll. Dadurch hat man auch Zeit, Elodie als Person kennenzulernen, bevor sie in einem Wettbewerb um Leben und Tod eintritt, um Geld für ihre Familie zu besorgen. Dennoch hatte ich oft das Gefühl, sie nicht so richtig zu kennen. Es ist klar, dass sie etwas verbirgt und ich hatte eine ungefähre Idee, was das sein könnte, aber sie wirkt selbst dem Leser gegenüber immer ein bisschen zu sehr auf der Hut. Das bedeutet nicht, dass ich sie nicht mochte, ich habe sie vielmehr fast schon widerwillig ins Herz geschlossen, auch wenn ich manchmal meine Augen über ihr Misstrauen gegen alle und jeden verdreht habe. Ich konnte verstehen, dass sie ihre Gründe hat, keine Freundschaften schließen zu wollen, aber spätestens als Jax sie durch seine Art in den Fokus der anderen Anwärter gerückt hat, hätte sie zumindest eine Allianz überlegen können. Vielleicht habe ich ihre Handlungen auch nicht immer verstehen können, weil ich Jax nahezu ab der ersten Seite wirklich gerne mochte. Mir war auch bei ihm klar, dass er nicht immer ganz ehrlich ist, aber man merkt dennoch, wie wichtig ihm seine Freunde sind. Selbst wenn Elodie ihn immer wieder wegstößt und er sie kaum kennt, ist er dennoch immer da, wenn sie ihn braucht und er erwartet gar nicht, dass sie ihm alle ihre Geheimnisse anvertraut.
Von der Welt der Geschichte fehlt mir noch ein bisschen die Vorstellung, vielleicht weil man bisher vor allem das Ausbildungslager und die Baracken kennt, während die Außenwelt ein bisschen schwammig bleibt. Ich bin mir aber fast sicher, dass sich das im nächsten Band der Reihe ändern wird und ich freue mich schon darauf, tiefer in die Welt und ihre Geschichte eintauchen zu können.
Alles in allem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und es war trotz der vielen Seiten wirklich sehr kurzweilig, was nicht zuletzt an dem tollen Schreibstil liegt. Elodie hat es mir manchmal ein bisschen schwer gemacht, sie richtig kennenzulernen, aber ich freue mich dennoch darauf, die Reihe weiterzulesen, zumal der Cliffhanger echt fies ist.