Ich habe mich auf den Roman der Autorin gefreut, bin aber etwas Zwiegespaltener Meinung, was den Inhalt angeht.
MEINUNGKira Mohn erzählt von einer Familie, Kinder im Schul- und Studienalter, Vater voll berufstätig, Mutter in Teilzeit. Erzählt wird aus der Perspektive von allen vieren. Jeder bekommt eine Stimme und jeder erzählt einen Ausschnitt des Lebensabschnitts, in dem sie jeweils gerade sind.Spannend fand ich daran, was die Autorin alles aufgezeigt hat. Wie man als Paar voneinander Dinge nicht wissen kann - z.T. weil da alte Verletzungen sind, aber auch, weil sich Routinen und Abläufe eingeschlichen haben. Wie man als Eltern nicht in den Köpfern der Kindern steckt, und vieles auch gar nicht mitbekommt. Wie die beiden Geschwister miteinander agieren. Wie jeder einzelne mit seinen Verletzungen, mit seiner Rolle in der Familie, aber auch mit seiner Rolle in der Gesellschaft kämpft und umzugehen versucht.Insbesondere mit dem Beenden des Buchs, sind mir all diese Dinge erst richtig klar geworden. Die ersten Seiten des Buchs haben mich erst gar nicht so abgeholt, weil sehr wenig passiert ist. Zwar gab es auch hier schon interessante Facetten, dennoch ist für mich das Buch noch nicht so richtig ins Rollen gekommen. Hätte ich es gelesen und nicht gehört, weiß ich nicht, ob ich es komplett geschafft hätte. Durch das Zuhören und die verschiedenen Erzählperspektiven wollte ich dann aber doch wissen, wohin das alles führt. Ich konnte mit der "Jugend¿ mitfühlen, ich konnte die Mutter verstehen. Dem Vater gegenüber habe ich ehrlicherweise eher Antipathie empfunden, als irgendeine Form von Verständnis oder dergleichen. Aber seine Rolle hat zu der Geschichte gepasst, die die Autorin erzählen wollte.Mit dem Ende habe ich so nicht gerechnet. Im ersten Moment hat es mich auch erstmal nicht abgeholt. Mit ein paar Tagen Abstand kann ich damit mehr anfangen, habe aber nach wie vor das Bedürfnis, mich darüber auszutauschen - was aber genauso gut für das Buch sprechen kann.Insgesamt war es für mich kein Buch, das man gelesen haben muss, dennoch ein Buch, das interessante Facetten des täglichen Lebens aufzeigt.KLAPPENTEXTWas ist, wenn man doch glücklich sein sollte, es aber nicht fühlt?Nina: Mutter, Ehefrau, MTA. Erfüllt alle Rollen, doch daneben gibt es eine, von der niemand etwas weiß.Alexander: Oberarzt, Ehemann, Vater. Tut alles für seine Familie, opfert sich auf als Arzt - und wer dankt es ihm?Emilia: Gymnasiastin. Zum ersten Mal richtig verliebt. Sucht ihren eigenen Weg, geht aber den des Freundes.Ben: Student. Es geht ihm gut. Es geht ihm wirklich gut. Verdammt noch mal, es geht ihm gut!Nina, Alexander, Emilia und Ben. Eine liebevolle Mutter, ein beruflich erfolgreicher Vater, zwei wohlgeratene Kinder. Doch wenn der Druck steigt, reißt die Fassade auf.