Der Kraichgau und seine Umgebung sind reich an kleinen Städten. Die historische Forschung aber interessierte sich früher vor allem für die großen Städte, die im Mittelalter Zentren von Gewerbe, Handel, Wohlstand und Innovation waren. Indes handelte es sich bei rund 95 Prozent der etwa viertausend Städte im Heiligen Römischen Reich am Ende des Mittelalters um Klein- oder Zwergstädte mit maximal zweitausend Einwohnern. Inzwischen hat die Forschung längst auch die kleinen Städte entdeckt und fragt, was es für Herren aller Ränge und ihre Untertanen attraktiv machte, Städte zu besitzen und zu bewohnen. Zu dieser Diskussion will dieses Buch beitragen, indem es überregional vergleichend fragt nach der Motivation für die Gründung von Städten, nach der Typologie, der Gemeindebildung, der Einwohnerzahl, den kirchlichen Institutionen sowie nach vielen anderen Aspekten des Themas.