
Pflege ist mehr als eine Dienstleistung. Sie ist Nähe, Routine und manchmal der einzige regelmäßige Sozialkontakt.
Aber was bedeutet das für diejenigen, die auf Hilfe angewiesen sind? Und für jene, die pflegen?
Minna Großmeister hat sich ihr Leben lang allein zurechtgefunden. Doch ihr Körper zwingt sie in eine andere Realität: zittrige Hände, grauer Star, ständige Müdigkeit. Bei den Besuchen des ständig wechselnden Pflegepersonals zählt Minna die gesprochenen Worte. Mal sind es 51, dann 79, nie ist es ein Gespräch. Bis Moni auftaucht.
Moni hört zu. Moni fragt nach. Moni kauft die richtigen Kartoffeln.
In eng getakteten Schichten, zwischen Resilienz und Resignation, wächst eine Verbindung, mit der in diesem System niemand rechnet.
Eine Erzählung über eigenwillige Einkaufslisten, intergenerationalen Austausch und Autonomie im Alter und darüber, wie es ist, Hilfe nicht nur zu brauchen, sondern auch anzunehmen.
Lara M. Gahlow gelingt es, schwere Themen wie prekäre Arbeits- und Pflegebedingungen, die Würde im Alter und den intergenerationalen Austausch gekonnt mit einer emotionalen, persönlichen und berührenden Geschichte zu verbinden.
Aus der Laudatio von Tuana Atay, BuchbloggerinGahlow nimmt dabei dem Thema Pflege die Schwere, die es sonst so oft belastet. Wirklich lesenswert.
taz, kritisch gesehen: Kartoffelfragen bringen Menschen zusammen (19. 08. 2025)