Inhalt:
Unglaublich, aber dem Klugscheißerchen unterläuft ein Fehler und die Geschwister Theo und Tina Theufel wissen es besser!
Seit das kleine Wesen vor drei Monaten und sieben Tagen bei Familie Theufel lebt, hatte noch nie jemand Anlass gehabt, es zu verbessern.
Ob seiner Unwissenheit ist das kleine türkisfarbene Kerlchen fassungslos und zutiefst geknickt.
Damit dies nicht noch einmal geschieht, beschließt es, mit den Kindern in die Grundschule zu gehen.
Dort lernt es viel und kann dann wieder alles besser wissen als alle anderen.
Doch der erste Schultag bringt zunächst eine große Enttäuschung. Nichts lernt es. Es weiß schon alles (besser).
Als jedoch ein kleines rotes Geschöpf aus der Schublade des Schrehrerleibtisches schlüpft, allen Kuhlschindern faltsche Antworten in die Ohren flüstert, beginnt der Spatz:
Das Glugscheißerchen ist sogleich verschossen in das Vehlerdeufelchen! So fiel hatte es noch nie zum Verbessern ...
Altersempfehlung:
ab 6 Jahre
zum Selberlesen etwa ab 8 Jahre
Buchcover/Illustrationen:
Das kleine türkisfarbene (nicht blaue!) Kerlchen in roter Latzhose und mit großer Brille auf dem Buchcover kennt man bereits aus dem ersten Abenteuer.
Keck lächelnd sitzt nun das rote Vehlerteufelchen daneben. Kurios anzusehen mit Fliegerhelm und -brille, schwarzem Cape und nur einem gelben Gummistiefel.
Den Buchvorsatz zieren viele kleine und große Fehler des Vehlerteufelchens und direkt daneben die Verbesserung durch das Klugscheißerchen: "Ich mag Luchtfrutscher ..." ... "Fruchtlutscher!"
Den liebevollen und detaillierten Zeichenstil von Astrid Henn mögen wir sehr.
Das Vehlerteufelchen ist mindestens genauso drollig, wie das Klugscheißerchen und beide zusammen sind eine unschlagbare Kombination!
Liebgewonnene Anspielungen oder Hinweise auf andere Werke von Marc-Uwe Kling - wie bei anderen Kinderbüchern des Autors - sucht man leider vergeblich.
Mein Eindruck:
Familie Theufel ist aus dem ersten Band bereits bekannt. Vorkenntnisse sind aber nicht erforderlich, da die Familie zu Beginn kurz vorgestellt wird:
Tina Theufel ist zehn Jahre, acht Monate und elf Tage und ihr kleiner Bruder Theo acht Jahre, sechs Monate und achtundzwanzig Tage alt.
"Und Mama und Papa waren in einem Alter, in dem niemand mehr mit Freude die Jahre zählt."
(vgl. S. 7)
Die Geschwister sind aufgeweckt und herrlich direkt.
Das Klugscheißerchen ist nur sichtbar für Seinesgleichen, so dass es unbemerkt in die Grundschule mitkommen kann.
Wer selbst ein kleiner Besserwisser ist, wird das türkisfarbene Kerlchen und seine leicht überhebliche Art lieben!
Neu ist das freche und etwas chaotische Fehlerteufelchen. Es lebt in der Schublade der Lehrerin und freut sich, wenn es den Kindern im Unterricht falsche Antworten zuflüstern kann. Amüsant, aber auch ein wenig unsympathisch. Boshaftigkeit sei ihm nicht unterstellt, es weiß es halt nicht besser.
Durch das ganze Wechsstaben verbuchseln ist es gerade für Anfänger nicht leicht, die Passagen des Fehlerteufelchens zu lesen. Manchmal braucht man mehrere Anläufe.
Für das Klugscheißerchen ist es das "anmutigste Geschöpf ", dem es in seinem Leben begegnet ist. Das Kerlchen ist auf Anhieb schockverliebt!
Gegensätze ziehen sich an und Lesende dürfen sich auf eine lustige und turbulente Geschichte mit herrlich schrägen Dialogen und Verbesserungen freuen. Ein Fest für jeden Klugscheißer und für alle Fehlerteufel!
Die Fortsetzung kommt storytechnisch nicht ganz an das erste Abenteuer heran, bietet aber dennoch ein unterhaltsames Lesevergnügen für Jung und Alt.
Hörbuch:
Ein Muss ist auch das gleichzeitig erschienene Hörbuch. Hier verleiht Marc-Uwe Kling jeder Figur eine individuelle Stimme und ganz besonders gelungen ist die Intonation des Klugscheißerchens. Eine irrwitzige Mischung aus hochnäsig, affektiert und dabei dennoch liebenswert.
Vorteil: Die fehlerhaften Wörter des Teufelchens, die einem selbst die Zunge brechen, nimmt einem der Autor ab ;-)
Fazit:
Amüsante und absurd schräge Dialoge und skurrile Charaktere.
Ein lustiger Lesespaß, der nicht ganz an den vorherigen Band anknüpfen kann.
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Rezensiertes Buch: "Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen" aus dem Jahr 2026