Martin Puttke ist ein großartiger Lehrer, ein feinsinniger Mensch und hat eben auch (wie so oft bei solchen Menschen) eine außergewöhnliche Biografie. Ich hatte das Vergnügen, ihn auf seiner Lesung in der Staatsoper kennenlernen zu dürfen und und fand seine Art sehr charmant, wie er auf heitere Weise tiefe Einblicke in sein bisheriges Leben gewährte. Abgerundet wurde die Lesung durch die Fragen von Gregor Gysi, der dann doch humorvoller war, als ich vorher dachte. All das vor der wunderschönen Kulisse der Staatsoper Unter den Linden, die schon allein für sich sehenswert ist!
Puttke selbst ist einer der Wenigen, zur Zeit der Teilung von den Westen in den Osten gezogen und auch beim Mauerbau geblieben ist. Er selbst meinte, dass weder den Bau noch den Fall der Mauer wirklich mitbekommen habe, da er sich so intensiv um seine Arbeit in der Berliner Ballettschule gekümmert hatte. Was definitiv für seine Leidenschaft spricht, die man ihm auch in jeder seiner Schritte anmerkt. Seine Biografie ist ein umfassendes Zeugnis für sein Wirken sowie seine Perspektive als Ostdeutscher mit westlicher Herkunft. Er erzählt von seiner Familie, von Ausflügen in die Sowjetunion, von seiner Arbeit als Künstlerischer Direktor. Er erzählt mit Witz und mit Liebe von den Dingen, die ihm geschehen sind und den Menschen, die ihn umgeben haben. Eine sehr interessante Biografie und starke Leseempfehlung!