Wind im Gesicht, der Geruch von Schwefel in der Nase und dieses Gefühl von Okay, hier endet die Welt genau so liest sich Roadtrips Island von Martin Wein aus dem Bruckmann Verlag.
Acht Routen, die nicht einfach nur von A nach B führen, sondern mitten rein ins isländische Herz. Geysire, die plötzlich losschießen wie schlecht gelaunte Kaffeemaschinen. Wasserfälle, die so laut sind, dass man automatisch leiser spricht. Schwarze Strände, bei denen man sich fragt, ob Photoshop hier erfunden wurde. Und dazwischen: Lavafelder, Einsamkeit und dieses Kribbeln von Abenteuer.
Was richtig stark ist: Die Mischung aus Emotion und Struktur. Karten, Highlights, Campingplätze, Restaurants alles da. Kein nerviges Suchen, kein Mist, das hätten wir vorher wissen müssen. Das Buch fühlt sich an wie dieser Kumpel, der schon dreimal in Island war und dir beim Bier genau sagt, wo du halten musst, um den besten Blick zu bekommen.
Klar, manche Infos sind kompakt gehalten, da hätte ich mir hier und da noch ein bisschen mehr Story gewünscht. Aber ganz ehrlich? Für einen Roadtrip-Guide trifft das Ding ziemlich genau die goldene Mitte zwischen Inspiration und Planbarkeit.
Beim Lesen hatte ich ständig dieses Wann buchen wir? im Kopf. Und das passiert nicht oft bei Reiseführern. Roadtrips Island ist kein trockenes Nachschlagewerk, sondern ein verdammt guter Startschuss für großes Fernweh auf vier Rädern.