Creepy Setting, tolle Idee und ein verdammt guter Schluss, aber dazwischen leider zu wenig Spannung.
Henry, ein brillanter Robotikingenieur, hat die größte Entdeckung seiner Karriere gemacht. Es ist ihm gelungen, ein künstliches Bewusstsein zu schaffen, das er William tauft. Tagelang schließt er sich mit William auf dem Dachboden ein, um ihn zu studieren. Doch etwas scheint mit William nicht in Ordnung zu sein: Er entwickelt Gefühle wie Hass und Eifersucht. Auf die Menschen im Allgemeinen und auf Henry im Besonderen. Gefühle, die er eigentlich gar nicht haben dürfte. Als William beginnt, eine Obsession für Henrys schwangere Frau Lily zu entwickeln, beschließt Henry, William abzuschalten. Er ahnt nicht, welchen Albtraum er mit dieser Entscheidung heraufbeschwört ...Robotikingenieur Henry lebt mit seiner schwangeren Frau Lily in einem hochmodernen Smart Home, das er aufgrund seiner Angststörung kaum verlässt. Er hat sich deshalb auf dem Dachboden einen Arbeitsplatz eingerichtet und tüftelt dort an seinem Meisterwerk; William, einem künstlichen Bewusstsein im Körper eines ziemlich gruseligen Roboters. Als William Eifersucht, Hass und ein auffälliges Interesse an Lily entwickelt, wird aus technischer Faszination langsam ein Albtraum und das vernetzte Traumhaus zur Falle.¿ KI trifft auf Horror in den eigenen vier Wänden ¿ beklemmende Atmosphäre¿ erste Hälfte leider ziemlich zäh¿ Charaktere bleiben schwer zugänglich¿ großartiger Twist am SchlussDie Grundstimmung funktioniert richtig gut. Von Anfang an fühlt sich irgendetwas falsch an, ohne dass man genau greifen kann, was eigentlich los ist. William ist dabei einfach unheimlich und das komplett vernetzte Haus eine perfekte Kulisse. Sprachlich konnte der Autor überzeugen, denn die Szenen liefen bei mir regelrecht vorm inneren Auge ab und einige Horrormomente hatten es dabei richtig in sich.Nur leider muss man erst einmal dorthin kommen. Besonders die ersten 100 Seiten ziehen sich ordentlich, die Figuren waren mir weitgehend unsympathisch und für zwei angeblich hochintelligente Menschen treffen Henry und Lily erstaunlich fragwürdige Entscheidungen. Auch die Möglichkeiten des KI-Themas werden eher angerissen als wirklich intensiv betrachtet. Für knapp 300 Seiten fühlte sich die Geschichte deshalb überraschend lang an.Aber dann kam das Finale und der Twist hat mich tatsächlich komplett erwischt, denn plötzlich ergaben einige zuvor merkwürdig wirkende Details Sinn. Das war stark, nur leider zu spät, um mich den zähen Weg bis dorthin vergessen zu lassen.In Summe ein creepy Setting, eine tolle Idee und ein verdammt guter Schluss, dazwischen aber leider zu wenig Spannung und verschenktes Potential um beim Thema KI in die Tiefe zu gehen.