Ein zeitloses und tiefgründiges Werk über Selbsttäuschung, Schuld und die Grenzen technischer Weltdeutung
Im Zentrum der Handlung steht der Ingenieur und überzeugter Rationalist Walter Faber, der auf einer Reise eine Kette von unwahrscheinlichen Zufällen durchlebt, die ihn in eine persönliche Katastrophe stürzen, seine gesamte Weltsicht zum Einsturz bringen und ihn mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontieren. Die stille Handlung ist geprägt von einer vielschichtigen Erzählstruktur voller Rückblenden, Reflexionen, Perspektivwechsel und teilweise überbordender Symbolik und Subtext, was an einigen Stellen ein wenig zäh wirkt.Walter/Homo Faber steht im Mittelpunkt der Handlung, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird und wird eher sachlich, kühl und distanziert dargestellt. Relevante Nebenfiguren wie Sabeth oder Hanna bilden einen gekonnt maximalen Kontrast zu Walter, was stark zur Symbolik des Buches beiträgt.Wer psychologische Figurenstudien und innere Konflikte im Mittelpunkt einer Geschichte mag, wird hier fündig.Der Schreibstil ist nüchtern, analytisch und die kurzen Sätze sind ein großes Merkmal der Geschichte.Einziger Minuspunkt: Der teilweise überbordende Subtext wirkt an einigen Stellen sehr zäh und mindert den Lesespaß ein wenig.Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.