All das Blaue vom Himmel von Melissa da Costa
Als der 26-jährige Emile die Diagnose unheilbare Früh-Demenz bekommt, beschließt er, sein Leben in den letzten Monaten nach seinen Wünschen zu gestalten. Seine Familie hat alles daran gesetzt, dass er in eine klinische Studie in einer Klinik aufgenommen wird in der Hoffnung, ihn doch noch retten zu können. Doch Emile möchte reisen und kauft sich einen alten Caravan, gibt ein Zeitungsgesuch nach einer Reisebegleitung auf und bereitet einen Trip in die Pryrenäen vor.
Auf seine Anzeige meldet sich Joanne, eine junge Frau, die kaum redet und nur schwarze Kleidung mit einem schwarzen Schlapphut trägt. Auch sie hat einiges zu verarbeiten. Die gemeinsame Reise bringt die beiden näher und die Natur führt sie zu sich selbst.
Ein Buch, dessen schönes Cover mich sofort angezogen hat. Ich mochte die traurige Geschichte von Emile und Joanne gern, da sie auch Hoffnung in schweren Zeiten birgt. Was mich jedoch sehr gestört hat, war, dass Emile seine Familie und Freunde ohne jegliche Nachricht einfach zurücklässt und erst nach Wochen beginnt, Briefe zu schicken. Diese lassen aber keinen Rückschluss auf seinen Aufenthaltsort zu. Die Vorstellung, dass das eigene Kind nur noch kurz zu leben hat, ist schon schlimm genug für mich. Doch dass ich dann keinerlei Kontakt mehr zu ihm haben dürfte, das bricht mein Mutterherz.
Mir waren es auch einige Begegnungen, Stopps und Gespräche zu viel und es hätten für mich auch 250 Seiten weniger ausgereicht.
Wer eine mal etwas andere Geschichte rund um den Umgang mit tödlicher Erkrankung und traumatischen Schicksalsschlägen lesen möchte, der sollte es sich gern einmal anschauen.