Die geheimnisvolle
Apocalypsis Nova
, entstanden um 1500, faszinierte nicht nur ihre zeitgenössischen Leser. Auch heute bietet dieser Text einzigartige Einblicke in die Denkwelt seiner Entstehungszeit: Die eigenwillige Theologie, die Forderung nach Kirchenreform und die einzigartige Erzählweise zeigen die Komplexität gelehrter Verhandlungen zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit.
The Apocalypsis Nova fascinated readers throughout the sixteenth and seventeenth centuries. Its call for a reform of the church, its fascinating theology, and its paradoxical narratology of veiling and revealing guaranteed its popularity in Italy, but also far beyond the European continent. Mirjam Wulff sheds light on this text as an example for the complexity of theological ideas and their literary presentations around 1500. Die Apocalypsis Nova , ein um 1500 entstandener prophetischer Text, erregte im 16. und 17. Jahrhundert die Aufmerksamkeit vieler Gelehrter. Die Forderung des Textes nach Kirchenreform, die eigenwillige Theologie und nicht zuletzt die auffällige und paradoxe Narratologie garantierten seine große Popularität. Bis heute finden sich zahlreiche historische Handschriften dieses umfangreichen Werkes, die den Einfluss desselben in Europa und bis auf den amerikanischen Kontinent belegen. Damit bietet dieser einzigartige Text die Möglichkeit, theologische und epistemologische Verhandlungen zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit zu untersuchen. Mirjam Wulff eröffnet einen faszinierenden Blick in diesen Verhandlungsraum, in dem Apokalyptik und Mariologie, Scholastik und Renaissancephilosophie eng miteinander verschränkt werden, und leistet damit einen Beitrag zur Untersuchung der komplexen theologischen und literarischen Landschaft um 1500.