Kaum ist Annie Thalia Doyle in der Liga Lexis, der Welt der Menschen und Buchfiguren, angekommen, so bricht auch schon Chaos in mehr als einer Geschichte aus. Doch während Annie selbst noch versucht, ihren Platz zu finden, geschieht das Unmögliche: Die Protagonistin eines Bestsellers wird ermordet, die Lexis ist in Aufruhr und auch die Leser spielen verrückt. Und so muss Annie einsehen, dass der Kampf gegen gestrichene Romanfiguren gerade mal der Anfang ist... Liebe Mitglieder und Anhänger der Gattung Lesewesen, es geht zurück nach Bookford Manor. Es fühlt sich wieder ein bisschen an wie Buchwelten-Harry Potter und lädt auch wieder zum Träumen ein. Allerdings erschien es mir diesmal nicht ganz so magisch wie im ersten Teil, denn die Faszination der Bücher stand eher im Hintergrund. Es wird mehr gekämpft, gerätselt und Ränke geschmiedet, Buchtourismus spielt leider eher eine untergeordnete Rolle. Aber das ist auch ganz verständlich, denn die Protagonisten haben alle Hände voll zu tun, um die Zukunft des Lesens zu retten. Trotzdem war es unterhaltsam, stellenweise extrem witzig und für alle Buchmenschen ein nach Hause kommen. Nach wie vor habe ich das System hinter den Migras nicht ganz verstanden (und warum sie alle Autorennamen tragen, wenn sie doch nicht schreiben können), aber faszinierend war die Reise in die Lexis dennoch. Einiges, das in Teil eins schon angeteasert wurde, ist nun enthüllt worden, manches davon kam weniger überraschend, anderes kann den Leser aus den Socken pusten. Kurzum: es hält sich die Waage. Die leider etwas kitschige Liebesgeschichte zwischen Annie und Caspian erinnert daran, dass wir hier trotzdem allem ein Jugendbuch lesen, man darf also getrost mal die Augen über die beiden verdrehen, wenn über die große Liebe gefachsimpelt wird, während gerade anderswo die Welt untergeht. Buchfiguren kamen dieses Mal weniger vor, was schade, aber auch nachvollziehbar ist. Annie muss sich beweisen und mit ihren Fähigkeiten klarkommen, tappt auch in die eine oder andere Falle, aber die Reise an ihrer Seite hat trotz allem wieder Spaß gemacht und lässt Raum für eine Idea-Explosion im Finale der Reihe, ich bin gespannt. Vielleicht steht dann etwas weniger die Tatsache im Mittelpunkt, wie besonders Annie doch ist (sie ist ja nicht Harry Potter), sondern die Zukunft der Lexis, denn wenn dieses Buch eines auf den Punkt bringt, dann die Liebe zum geschriebenen Wort und das Wissen, dass eine Welt ohne sinnlos wäre.