Kein reines Rezeptbuch, kein reines Abnehmbuch, sondern ein Buch, das dabei helfen soll, das Wunsch- und Wohlfühlgewicht zu erreichen, sich in seinem Körper wohlzufühlen, endlich keine Diäten mehr halten zu müssen ... das klang gut. Auch die Herangehensweise, Ernährung plus Mindset, klangen perfekt. Die Rezepte sollten einfach und alltagstauglich sein, der ganze Körper sollte profitieren ... ich war also sehr gespannt auf "Healthy Food"; die Erwartungen waren hoch. Vielleicht zu hoch, denn uns hat das Buch leider enttäuscht.
Enthalten sind 40 Rezepte. Je weniger Rezepte, desto höher natürlich das Risiko, dass man kaum Rezepte findet, die den eigenen Geschmack treffen. Dennoch waren wir offen und gespannt.
Das Buch ist wie von diesem Verlag gewohnt absolut hochwertig aufgemacht, weit überwiegend findet man sehr schöne ganzseitige Fotos der Gerichte, die sofort Lust auf das Ausprobieren der Rezepte machen (wenn sie denn den eigenen Geschmack treffen).
Zunächst kommt die Autorin zu Wort, es gibt bspw. ein Vorwort und sie erzählt ihre Geschichte. Anschließend folgen die acht Kapitel Beauty Secrets (für natürliche Schönheit von innen), Microbiome reset (der Neustart für Deinen Darm), Longevity Mode (gesunde Lebensjahre gewinnen), Anti-inflammatory (stille Entzündungen im Körper heilen), Immune booster (mehr power für Deine Abwehrkräfte), Brain fuel (für starke Nerven und ein gutes Gedächtnis), Energy booster (voller Energie durch den Alltag) sowie Anti-craving (gesund naschen ohne schlechtes Gewissen) mit den jeweiligen Rezepten. Dazu gibt es zu jedem Kapitel vorweg ein passendes Extra, etwa die besten Nährstoffe für Langlebigkeit, fürs Gehirn, für den Darm, gamechanger der antientzündlichen Ernährung, schnelle Hilfe bei Heißhunger ... das klang einfach sehr durchdacht und perfekt. Da ich mich sowieso schon lange mit Molekularmedizin und Epigenetik beschäftige und Nahrungsergänzungsmittel eines führenden Molekularmediziners einnehme, war ich sehr gespannt und hoffte, vielleicht noch etwas Neues lernen zu können (wobei ich wusste, dass die Chance eher gering ist, da ich auch die Bücher dieses Molekularmediziners lese und so immer auf dem neuesten Stand bin).
Bei jedem Kapitel gibt es vor den eigentlichen Rezepten eine Einleitung; dann folgen die jeweils passenden und wichtigen Nährstoffe, ihre Bedeutung für den Körper und eine kleine Aufzählung der Lebensmittel, in denen sie enthalten sind. Ich wusste das alles schon und konnte nichts Neues lernen, aber für Menschen, die sich erstmals damit beschäftigen, ist das sicher sehr hilfreich und gut. Die Idee und der Aufbau gefallen mir jedenfalls.
Gut ist wie gesagt, dass nicht nur auf die Ernährung Wert gelegt wird, sondern dass auch die Bedeutung von Bewegung, Schlaf und Stressabbau betont wird (wobei das ja nun nicht neu ist). Allerdings liegt der Fokus für uns viel weniger auf den übrigen Dingen als vermutet und beworben.
Ein großer Minuspunkt ist wie gesagt, dass uns nur wenige Rezepte ansprachen. Eigentlich waren es nur das Hirseporridge mit Mandeln und Äpfeln, die Linsenwraps (ohne Lachs für mich als Vegetarierin - aber sie schmecken auch mit Salat oder kalt mit Rohkost köstlich!), Avocado-Schoko-Mousse mit Amaranth-Crunch, Almond-Matcha-Latte, Granola mit Zimt und Tonkabohne, Spinat-Kürbis-Lasagne, Bananen-Nicecream mit Schokosauce, Coconut-Panna-Cotta, Schokolade mit Beeren und Pistazien sowie der Schokoaufstrich mit Datteln und Mandeln.
Manche Rezepte ergeben für mich nicht so viel Sinn - so findet sich im Teil mit den antientzündlichen Rezepten(!) ein Rezept für Risotto mit Brunnenkresse und Zitrone. Reis soll antientzündlich sein? -Das absolute Gegenteil ist doch der Fall! Für mich also absolut unverständlich, wie man ein Rezept mit Reis (noch dazu mit weißem Reis) als antientzündlich bezeichnen und einordnen kann.
Bei anderen Rezepten bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich zum Abnehmen beitragen, da sie aus meiner Sicht oft hochkalorisch sind. So hat die Spinat-Kürbis-Lasagne bspw. ca. 1232 Kalorien pro Portion. Ich nehme damit sicher nicht ab, zumal das Frühstück und das Abendessen ja auch Kalorien haben und die Gesamtkalorienmenge für den Tag dadurch einfach viel zu hoch ist.
Uns sprachen also v.a. die süßen Rezepte an. Von den getesteten Rezepten haben uns bis auf die Coconut-Panna-Cotta, die wir leider ungenießbar fanden, alle gut geschmeckt. Die Rezepte sind einfach und übersichtlich, es gibt Kalorien- und Nährwertangaben. Ansonsten stören mich nur kleine Details - beim Schokoaufstrich mit Datteln und Mandeln hätte man etwa noch angeben können, wie lange er gekühlt haltbar ist nach der Herstellung.
Fazit also: Tolle Idee, aber leider nur relativ wenige Rezepte, von denen noch deutlich weniger unseren Geschmack treffen. Ein paar wenige neue Lieblingsrezepte haben wir gefunden, v.a. die Linsenwraps und den Schokoaufstrich mit Datteln und Mandeln, sodass wir das Buch wegen dieser Rezepte weiterhin benutzen werden. Aber die Hoffnung, hier viele tolle neue Rezepte zu finden, die man dauerhaft täglich zubereiten kann, das Buch also auch dauerhaft täglich nutzen zu können und Monika Svendsens Konzept dauerhaft umsetzen zu können, hat sich leider nicht erfüllt. Für uns eignen sich diese Rezepte und dieses Buch leider nicht hierfür. Hinzu kommt, dass viele der enthaltenen Rezepte keineswegs neu sind, sondern man sie so ähnlich schon oft gesehen hat. Ich denke hier bspw. an das Hirse-Porridge, die Almond-Matcha-Latte, die Bananen-Nicecream, die Coconut-Panna-Cotta ... Ich hatte auf tolle, wirklich neue Rezepte gehofft. Und was für Familien wichtig ist: Ich glaube, dass Kinder viele der Rezepte einfach nicht essen werden, wodurch die Rezepte und das Buch leider auch nicht wirklich familientauglich sind.